Zahme Viecher und wilde Bestien

Tiere im Fokus der Karikatur

Karikaturmuseum Wilhelm Busch
10.2.-21.5.2018

Georgengarten
30167 Hannover

www.karikatur-museum.de
www.karikatur-museum....iecher-wilde-bestien/

Di-So 11-18 Uhr

Auf ver­gnüg­liche und ideen­reiche Art spiegeln Kari­ka­turen das ambi­valente Ver­hält­nis des Men­schen zum Tier. Die Aus­stellung, die gleicher­maßen Tier­freunde wie Lieb­haber bissig-ironi­scher Satire anspricht, ver­sammelt über 220 Zeich­nungen und Grafiken.

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Zahme Viecher und wilde Bestien :: Ausstellung
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Auf vergnügliche und ideenreiche Art spiegeln Karikaturen – ob im 18. Jahrhundert oder heute – das ambivalente Verhältnis des Menschen zum Tier. Es geht dabei um Zuneigung, oft um Macht – nicht selten aber auch um einen Blick in den Spiegel: Wieviel Tier steckt im Menschen?

Oft erweist sich dabei ein scheinbar rein tierisches Verhalten als eine sehr menschliche Eigenschaft, wie beispielsweise das Ausgrenzen des Andersartigen: Argwöhnisch beäugt so in Ronald Searles Zeichnung „The Square Egg” (1966) eine Schar Vögel den abseits stehenden Artgenossen, der kein rundes, sondern ein eckiges Ei gelegt hat.

Darüber hinaus spielen Tiere als Sinnbilder in der politischen Karikatur eine zentrale Rolle: Sie stehen als Wappentiere symbolhaft für ganze Nationen oder entlarven durch die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften das Handeln und Gebaren der Mächtigen in Politik und Gesellschaft. So bemühte sich Großbritannien 1967 noch um den Eintritt in die EWG, doch Frankreich leistete massiven Widerstand – was Erich Sokol in Gestalt von Charles de Gaulle als bulligem Elefanten, der sich vom englischen Premierminister Harold Wilson nicht bewegen lässt, anschaulich vor Augen führt.

Die Ausstellung, die gleichermaßen Tierfreunde wie Liebhaber bissig-ironischer Satire anspricht, versammelt über 220 Zeichnungen und Grafiken. Ob naturalistisch oder stilisiert wie Günter Kunerts Katze (1971) mit ihrem auffällig rot-weiß gestreiften Fellkleid: Den Besucher erwarten vertraute und exotische Tiere, die mit ihren Geschichten unterhalten, anrühren, aber manchmal auch bewusst irritieren und verstören wollen. Die Erkenntnis aus dieser Ausstellung könnte nach Bernhard Grzimek sein: „Menschenkenntnis dämpft die Menschenliebe, Tierkenntnis erhöht die Tierliebe.”