Ausstellung 24.04. bis 19.09.21

Edwin Scharff Museum

Ziemlich beste Freunde

Neu-Ulm, Edwin Scharff Museum: Die Ausstellung geht erstmals der einzigartigen Künstlerfreundschaft zwischen August Macke und Hans Thuar nach und stellt damit einen Künstler in den Mittelpunkt, dessen Werk zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Bis 19.9.21

Eine berührende Kinder- und schließlich Künstlerfreundschaft verbindet August Macke mit Hans Thuar. Die beiden Nachbarskinder sind neun und zehn Jahre alt, als sie sich 1897 in Köln kennenlernen und bald – Schiffe bauend, Pfeile schnitzend oder die japanischen Holzschnitte von Thuars Vaters bestaunend – jeden Tag miteinander verbringen.

Zwei Jahre später verunglückt Hans und verliert beide Beine: es ist August Macke, der ihn mit seiner humorvollen Art und seinen gezeichneten Geschichten aufheitert und wieder Lebensmut schenkt.

Der Freundschaft tut auch der Wegzug von Mackes Familie keinen Abbruch. Das gemeinsame Zeichnen und Malen münden bei beiden in dem Wunsch, Künstler zu werden. Doch das akademische Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie befriedigt sie nicht.

Die Freunde neigen einer farbkräftigen, atmosphärischen Stimmungsmalerei zu, die Macke auf seinen Reisen studiert und Thuar, dessen Bewegungsradius eingeschränkter ist, sich im Rheinland, durch Zeitschriften und im Austausch mit dem Freund aneignet.

Beide gehören vor dem Ersten Weltkrieg zu den heftig angefeindeten expressionistischen Modernen.

Während Macke nach einer Ausdrucksform für seine Vorstellung eines irdischen Paradieses sucht, spiegelt sich in Thuars Werken eine existentielle Beziehung zur Natur.

Mackes früher Tod als Soldat im Ersten Weltkrieg trifft den Freund hart und führt zum Abbruch seiner künstlerischen Arbeit. Als Thuar Anfang der 1920er Jahre wieder mit dem Malen beginnt, schafft er großartige, leuchtend farbige und ganz eigenständige Kompositionen.

Der Kontakt mit Mackes Frau, seinen Söhnen und dem dazugehörigen Freundeskreis setzt sich zeitlebens fort. Als August Mackes Sohn Wolfgang schließlich an Weihnachten 1937 Thuars Tochter Gisela heiratet, wachsen die Künstlerfamilien endgültig zusammen.

Die Ausstellung geht erstmals der einzigartigen Künstlerfreundschaft nach und stellt mit Hans Thuar einen Künstler in den Mittelpunkt, dessen Werk zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

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