Museum

Alamannenmuseum Ellwangen

Ellwangen: Gesamte Bandbreite der alamannischen Besiedlung in Süddeutschland vom 3. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr. Funde und Befunde des reichen alamannischen Gräberfeldes mit zugehöriger Siedlung.

Im Mittelpunkt des Museums, das im Herbst 2001 im Gebäude der mittelalterlichen Nikolauspflege eröffnet wurde, stehen die einzigartigen Grabungsfunde aus dem nur wenige Kilometer jagstaufwärts gelegenen Lauchheim.

Dort wurden seit 1986 nicht nur der bisher größte alamannische Friedhof Baden-Württembergs mitsamt seiner wertvollen Grabbeigaben geborgen, sondern auch die dazugehörige alamannische Siedlung mit Herrenhof und reich ausgestatteten Hofgrablegen.

Die Zeit der Alamannen

Anhand dieser zum Teil sehr reich ausgestatteten Gräber, der gut erhaltenen und dokumentierten Gebäudespuren sowie anderer bedeutender archäologischer Funde aus ganz Süddeutschland bietet das Museum einen Überblick über fünf Jahrhunderte alamannischer Besiedlung vom 3. bis zum 8. Jahrhundert nach Christus.

Gestützt auf Forschungsergebnisse, die hier zum Teil erstmals an die Öffentlichkeit gelangen, wird im Alamannenmuseum die Zeit der Alamannen auf vielfältige Weise wieder lebendig.

Im Fokus stehen dabei die Themen Weben und Textilhandwerk, Holzhandwerk, Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie die Alamannen als die ersten Christen im Raum Süddeutschland.

Originalfunde und mehr

Neben zahlreichen archäologischen Originalfunden zeigt das Alamannenmuseum auch lebensgroße Inszenierungen zu verschiedenen alamannischen Lebenssituationen, vertieft durch interaktive Medien mit Bildschirmen und bewegten Bildern sowie zahlreiche Ausstellungselemente zum Anfassen und Mitmachen.

Der Museumsrundgang beginnt im Erdgeschoß mit einem teilrekonstruierten alamannischen Grubenhaus samt Webstuhl. Ein durchgehendes, nach oben bis unter das Dach geöffnetes Treppenhaus verbindet alle drei Ausstellungsebenen miteinander.

Während unten die frühe Alamannenzeit, also die Zeit der Völkerwanderung, thematisiert wird, geht es in den oberen Stockwerken um die so genannte Merowingerzeit, als Alamannien ein fränkisches Herzogtum war.

Goldblattkreuze und Baumsärge

Zu den auffälligsten und bemerkenswertesten Funden gehören die Goldblattkreuze aus dünner Goldfolie, die als die ersten christlichen Symbole in Süddeutschland zu werten sind, sowie auch die teils mit doppelköpfigen Schlangen verzierten sogenannten Totenbäume (Baumsärge).

Auch der Museumsgarten mit der dahinterliegenden mittelalterlichen Nikolauskapelle ist in das Museumskonzept eingebunden und zeigt einen rekonstruierten Getreidespeicher aus Lauchheim, einen Gemüsegarten der Alamannenzeit und vieles mehr.

Das Museum bietet ein vielfältiges Programm für Kinder und Erwachsene. Nach dem Museumsbesuch laden die Cafeteria und ein Museumsshop zum Verweilen ein.

Alamannenmuseum Ellwangen ist bei:

Ur- und frühgesch. Museen

Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger. Pressemitteilungen willkommen. #107079 © Webmuseen