Ausstellung 21.05. bis 16.10.22

Museum Biberach

Ankommen 1945-1960

Biberach an der Riß, Museum Biberach: Wie haben die damals Betroffenen ihre neue kalte Heimat erlebt? Unter welchen Bedingungen sind sie nach Biberach gekommen? Wie beschreiben sie ihre Integration? Bis 16.10.22

Es ist heute weit in den Hintergrund geraten, dass das zerstörte und geteilte Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 14 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen hat. Allein im kleinen Biberach waren es zwischen 1945 und 1960 fast 6.000 Menschen, beinahe ein Drittel der Bevölkerung: zählte Biberach 1939 noch 11.400 Einwohner, so waren es im Jahr 1960 schon 21.000 Einwohner.

Der überwiegende Anteil der Neubürger waren Flüchtlinge und Vertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, Deutschböhmen und den donauschwäbischen Gebieten. Heute, nach mehr als 70 Jahren, erscheint die Integration geglückt. Aber die historische Wirklichkeit in den 1950er Jahren war wenig harmonisch. Jahrzehntelang wurden Flüchtlinge und Vertriebene abfällig behandelt, benachteiligt und als Bürger am Rande Biberachs angesehen.

Es ist bezeichnend, dass die erste Flüchtlingssiedlung 1950 beim Auffanglager im Gaisental am damaligen Stadtrand angelegt wurde, ebenso wie der später noch weiter nach außen vorgeschobene Stadtteil Weißes Bild.

Wie haben die damals Betroffenen ihre neue kalte Heimat erlebt? Unter welchen Bedingungen sind sie nach Biberach gekommen? Wie beschreiben sie ihre Integration? Bedeutete sie Anpassung oder wurden kulturelle Eigenarten bewahrt? Welche Beiträge zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Biberachs nach 1945 haben die Flüchtlinge und Vertriebenen erbracht?

Die Ausstellung will das Gefühl der Ausgrenzung nachvollziehbar machen. Dazu kontrastieren alltäglich und unscheinbar wirkende, private Erinnerungsstücke mit Großfotos aus dem Biberacher Stadtbild und ausgewählten Biberacher Kunstwerken aus den 1950er Jahren. Hörstationen mit Originalaussagen von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie zeitgenössische Filmausschnitte steigern die Eindringlichkeit. Auch der Gegenwartsbezug wird diskutiert.

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