Museum

Apothekenmuseum Dortmund

Die größte pharmaziehistorische Sammlung Deutschlands mit weit über 10.000 Exponaten

Dortmund: Älteste Apotheke Westfalens und größte private pharmaziehistorische Sammlung im deutschsprachigen Raum. Offizin mit Glas- und Porzellangefäßen aus der Zeit um 1890, Kräuterkammer, Arbeitsgeräte des Apothekers, Bibliothek.

Das private Apothekenmuseum in den Tiefkellern der Adler-Apotheke ist mit über 6.000 Exponaten sicherlich die größte private pharmaziehistorische Sammlung im deutschsprachigen Raum.

Offizin

Die Offizin ist der Raum, den die Patienten als „Apotheke” kennen. Eine typische Offizin aus der Zeit um 1890 ist die eichene Einrichtung der ehemaligen Löwen-Apotheke aus Remscheid mit ihren vielen Glas- und Porzellangefäßen. Die dekorative Regalwand von 1650 wiederum stammt aus der Einhorn-Apotheke in Gelnhausen im Spessart.

An der Decke und den Wänden befinden sich viele Teile von Mensch und Tier, Animalia genannt, die in früheren Zeiten zu Arzneimitteln verarbeitet wurden: Tierzähne gegen stechende Schmerzen, Bärenfell gegen Haarausfall und menschliches Gehirn gegen Epilepsie.

Kräuterkammer

Bis zu 300 Jahre alte Gefäße aus Holz, Metall, Pappe, Glas und Steingut schützen die darin enthaltenen Pflanzen und Kräuterteile gegen den Verlust ihrer Wirkstoffe und den Befall von Käfern. Typische Arbeitsgeräte wie Siebe, Waagen, Kräutermühlen, Hohlmaße und Schneidegeräte illustrieren die hier anfallenden Arbeiten, die Sammlung von alten Herbarien – getrockneten Heilpflanzen – und Drogenkästen belegt die botanische Ausbildung des Apothekers.

Bibliothek

Die Bibliothek umfaßt mehr als 1.000 Fachbücher aus Chemie, Physik, Botanik, Pharmacopöen, Beschreibungen technischer Geräte, Nachschlagewerke und Lexika, Arzneibücher, handgeschriebene Manuale, Bücher aus der Allopathie und der Homöopathie sowie Taxen (Preislisten). Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1550.

Pracht- und Prunkgefäße

Die Majolika-, Fayencen-, Porzellan- und Glasgefäße der vergangenen 300 Jahre dienten nicht nur der Aufnahme von Salben, Ölen und anderen pharmazeutischen Grundstoffen, sondern sollten durch ihre besondere Schmuckdekoration auf das hohe Ansehen des Apothekers hinweisen.

Diverses

Gläserne Brustpumpen nach 1750, Ausgrabungen alter norditalienischer Babyflaschen sowie Babymilchflaschen aus Zinn und Glas sind die Highlights der Sammlung zur Säuglings-Ernährung. Heilwasserkrüge aus der Zeit um 1900 sowie die dazu gehörigen Badegläser deuten auf das ungesunde Trinkwasser der damaligen Zeit hin.

Wärmflaschen aus Zinn, Messing, Kupfer, Marmor und Porzellan, die entweder durch heißes Wasser, glühende Kohlen, auf dem Ofen oder elektrisch erwärmt wurden, Bettwärmer und Stövchen und vieles mehr zeigen wie recht Wilhelm Busch mit seiner Weisheit „Wärme auf den Leib gebracht, hat alles wieder gut gemacht” hatte. Sehenswert sind auch die „Pillenuhr” und der Storch als Nabelklemme mit Baby im Bauch.

Den Besuchern begegnen Augenbadewannen, Nasenspülgeräte, Einnahmelöffel, quecksilber- und bleihaltige „Heil”-Pflaster um 1900, Votivgaben, medizinische Geräte, chinesische Taschenapotheke, Lekpötte, große blaue englische Apothekenflaschen, Inhaliergeräte, Höhrrohre, Spritzen, Aderlaßgeräte, Schnepper, Schröpfköpfe, Verbandstoffe, Blutegel, Oblaten, Klistiere, Irrigatoren, Bettpfannen, „Erpel”- und „Enten”-Urinale, Kosmas und Damian, Bezoarbecher und Pyknometer.

Der älteste von etwa 160 Mörsern aus Achat, Blei, Bronze, Eisen, Elfenbein, Granit, Holz, Marmor, Messing, Porzellan und Speckstein stammt aus der Zeit 400 n. Chr.

50 mobile Apotheken von der kleinsten homöopathischen Taschenapotheke bis zur 60 kg schweren Schiffsapotheke von 1880, Hausapotheken, Reiseapotheken, KFZ-Verbandkästen, eine Luftschutzapotheke, eine eisernen Reiseapotheke von 1798 mit 22 kg, die Taschenapotheke „Wanderfreund” sowie die würfelförmige Kirschbaumapotheke mit vier Türen runden die umfassende Sammlung ab.

Offizin aus Tauberbischofsheim

Die Holzdosen der komplett erhaltenen Offizineinrichtung aus der Apotheke am Sonnenplatz, gefüllt mit allopathischen und homöopathischen Flaschen und Porzellangefäßen, stammen aus der Zeit von 1750 bis 1850, die Nußbaum-Einrichtung im Empirestil datiert auf das Jahr 1814.

Geräte und Vorratsgefäße

Kleine und große Porzellangefäße aus der Zeit um 1900 dienten zur Aufnahme von Chemikalien, Salben und Verreibungen, Balkenwaagen, Analysenwaagen und Handwaagen zu deren Zubereitung. Die Besucher staunen über Geräte zur Bestimmung von Schmelzpunkten, Dichten, Lichtbrechung und Temperaturen wie Pyknometer, Saccharometer, Halbschattenapparate, Spektroskope und eine große kupferne Destillationsanlage. Die Pestmaske erinnert an die Zeit um 1650.

Laboratorien

Wichtigster Arbeitsplatz des Apothekers war das Laboratorium zur Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln und deren Grundstoffen, Tabletten, Dragees, Oblaten, Zäpfchen und Tinkturen. Davon zeugt auch ein gemauerter und gußeiserner Apothekerofen um 1900.

Zur Herstellung größerer Mengen benötigte man zudem Salbenmaschinen, Dragierkessel, Emulgiermaschinen, Glasgeräte, eine Leinsamenwalze, Perkolatoren, Mahlwerke, einen Stadatrator, Mörser, Reibschalen, eine Maschine zur Herstellung homöopathischer Verreibungen, Sterilisierschränke, Trockenöfen, einen Chemikalienschrank, einen Phosphor-Giftschrank sowie übergroße Vorratsbehälter, Handmühlen und viele weitere technische Geräte.

Führungen

An jedem letzten Mittwoch im Monat wird um 17.00 Uhr eine regelmäßige, offene Führungen durch das Museum angeboten. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich, die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Weitere Führungen nach Vereinbarung.

Apothekenmuseum Dortmund ist bei:

Pharmazie

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