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24.4.2026
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Wie aus Norma Marilyn wurde

Der Werdegang einer Ikone in der Zürcher Lichthalle

Rainer Göttlinger
2. April 2026

Die Geschichte, die zur Zeit mit immersiven Mitteln in der Zürcher Lichthalle MAAG gezeigt wird, handelt von zwei Frauen. Die eine ist Norma Jeane Mortensen, uneheliches Kind der Filmcutterin Gladys Pearl Baker. Die Geschiedene tat sich schwer mit der Rolle als Mutter – und gab das wenige Wochen alte Kind in die Obhut einer Pflegefamilie. Es sollte nicht die letzte bleiben. 1942 schließlich ersparte der Polizist James Dougherty der 16-jährigen zwei weitere Jahre Waisenhaus, indem er sie zu seiner Ehefrau machte.

Während des Zweiten Weltkriegs, als die junge Frau für die Radioplane Company arbeitete, kam ein Fotograf der U.S. Army für PR-Fotos auf sie zu. Die daraus entstandenen Bilder offenbarten ihre einnehmende Präsenz vor der Kamera – und öffneten ihr den Weg zur Ausbildung als professionelles Fotomodel: Die Blue Book Modelling Agency lehrte sie Haltung, Bewegung und Mimik, zugleich aber auch Disziplin und klare Maßstäbe. Pose, Ausdruck und Timing wurden zur Routine, Zuverlässigkeit zu ihrem Markenzeichen.

Im August 1946 unterzeichnete sie einen Sechsmonatsvertrag bei 20th Century-Fox. In diesem Zusammenhang wurde ein Künstlername für sie kreiert: „Marilyn” nach der Schauspielerin Marilyn Miller und „Monroe” nach dem Mädchennamen ihrer Mutter. Es war ihre Geburt als professionelle Leinwandfigur, der Übergang vom privaten Leben zum Eigentum des Studios. Ihre Ehe hielt dem zunehmenden Einfluss Hollywoods nicht lange stand, der Trennung folgte schon bald die Scheidung.

Der Einführung in die Lebensgeschichte der unermüdlichen Autodidaktin folgt nun im großen, mit allerlei Requisiten dekorierten Hauptraum der Lichthalle eine immersive Show, die alle Aspekte der Filmlegende ▸Marilyn Monroe in eindringlichen, großformatigen Projektionen gleichzeitig auf alle vier Saalwände wirft, während die Zuschauer zwanglos verteilt auf Regiestühlen Platz genommen haben. Zu sehen sind Filmtitel und Szenen, Schlagzeilen der Regenbogenpresse – und immer wieder Marilyn, die meist fotografierte Frau der Welt. Insbesondere über den begleitenden Audioton wird jedoch zugleich spürbar, mit welchen privaten Opfern dieser sich wie Sonnenlicht anfühlende Ruhm erkauft wurde: Norma Jeane brach alle Regeln, vertraute auf ihren eigenen Ehrgeiz und setzte als Marilyn Monroe ihre Karriere an oberste Stelle, immer und immer wieder.

Im Januar 1955 geschah schließlich etwas Beispielloses in der Geschichte Hollywoods: die Gründung der Marilyn Monroe Productions. Keine andere berühmte Schauspielerin vor ihr hatte je die Maschinerie der Filmstudios verlassen, um damit für sich selbst mehr Kontrolle auszuhandeln. Fox sah sich gezwungen, ihr einen neuen, nicht-exklusiven Vertrag mit höherer Gage und echter Mitsprache bei Drehbuch, Regie und Kamera zu gewähren. In der Ausstellung ist ihr Schreibtisch aufgebaut, sie war fortan Star und Produzentin zugleich.

Im Abspann der Ausstellung sind noch einige Requisiten für das eigene Erinnerungsfoto oder -video aufgebaut: ein halbes Auto samt Rückprojektion für die legendäre Verfolgungsjagd aus „Monkey Business” mit Cary Grant oder der ikonische Moment über dem Lüftungsgitter – eine Szene, die zu einem der bekanntesten Bilder der Hollywood-Geschichte geworden ist.

Am 19. Mai 1962 sang Marilyn Monroe im Madison Square Garden zur Feier des Geburtstags von Präsident John F. Kennedy „Happy Birthday, Mr. President” – in einem hautengen, mit Kristallen besetzten Kleid, das unter den Scheinwerfern fast unsichtbar war. Marilyn Monroe lieferte damit eine der berühmtesten Darbietungen der Popkultur-Geschichte. Es ist ihr letzter öffentlicher Auftritt und der letzte Raum der Ausstellung: die Hintergründe ihres frühen Todes mit gerade einmal 35 Jahren bleiben außen vor – eine auffällige Leerstelle in einer ansonsten sorgfältig komponierten Inszenierung.

POI

Ausstellungshaus, Zürich

Lichthalle MAAG

Licht­museum für immer­sive Kunst in der einzig­artige Interims­spielstätte für das Tonhalle-Orchester Zürich.

Bis 12.7.2026, Zürich

Becoming Marilyn Monroe

Als Welt­urauf­führung erzählt die immer­sive Show die Geschichte einer außer­ge­wöhn­lichen Frau.

Museum, Hamburg

Pan­optikum Wachs­figuren­kabi­nett

Größtes und ältestes Wachsfigurenkabinett Deutschlands mit über 120 Figuren: Albert Einstein, Michael Jackson, Charlie Chaplin, Helmut Kohl, die Beatles, Helene Fischer und viele mehr. Glasaugensammlung, Gruselkabinett.

Museum, Berlin

Madame Tussauds

Deutsche Persönlichkeiten und internationale Stars als realistisch wirkende Wachsfiguren: Boris Becker, Torhüter Oliver Kahn, Kanzlerin Angela Merkel und ihr Vorgänger Gerhard Schröder - insgesamt 75 Figuren in acht Themenbereichen.

Ab 18.5.2026, Wattens bei Innsbruck

Marilyn Forever Inspiring

Die kura­tierte Hommage zu ihrem 100. Geburts­tag zeigt Expo­nate u.a. aus dem Swaro­vski Corporate Archive.

Museum, Zürich

Museum Haus Kon­struktiv

Bis 28.6.2026, Zürich

Swiss Press Photo 26

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Rainer Göttlinger
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