Ausstellung 17.10.25 bis 22.03.26
„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn.” Mit dieser berühmten Zeile aus Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre” beginnt das Gedicht „Mignon”, das in der deutschen Literatur als Sinnbild der Italiensehnsucht gilt. Mignons Klage über das verlorene Paradies im Süden wurde zu einer kulturellen Chiffre für Generationen von Künstlern, die in Italien ein Ideal von Schönheit, Harmonie und geistiger Heimat suchten.
Den historischen Ausgangspunkt dieser bis heute wirksamen Italiensehnsucht bildet Goethes eigene „Italienische Reise” (1786-1788). Für Goethe war Italien kein Reiseziel, sondern ein ästhetisches Versprechen. Eine Schule des Sehens und des Erkennens, die Kunst und Leben gleichermaßen berührte.
Die Ausstellung ist der künstlerischen Auseinandersetzung mit Italien als Ort der Inspiration und der von Johann Wolfgang von Goethe begründeten Sehnsucht nach Italien gewidmet und steht in deren Mittelpunkt, mit besonderem Fokus auf Positionen deutscher Künstler vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart aus der Region Nürnberg. Über 25 Künstlerinnen und Künstler zeigen, wie Italien über Generationen hinweg als künstlerischer Fluchtpunkt, Lichtquelle und Projektionsfläche gewirkt hat. Ob in der Zeichnung, der Malerei, der Fotografie oder der Objektkunst: Italien erscheint als inneres Bild, als Reiseerlebnis, als kultureller Spiegel.
Historische Werke von Künstlern wie Albrecht Dürer, August Christian Geist, Johann Georg Perlberg, Albert Maurer und Markus Tuscher treffen auf Arbeiten des 20. Jahrhunderts u.a. von Fritz Griebel, Georg Hetzelein, Hanna Höch, Eitel Klein, Oskar Koller, Emil Scheidig und Johanna Schwarze sowie auf zeitgenössische Beiträge von Ilse Feiner, Nina Heinlein, Marie Therese Heublein, Gerald Hoffmann, Margit Hüttner, Ralf Kunstmann, Evgeniia Mehkova, Andreas Perlick, Ulrike Pichl und Christa Stauber.
Die Werke stammen aus eigenen Beständen sowie aus bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen. Leihgeber sind u. a. die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, die Kunstvilla Nürnberg, das Stadtmuseum Amberg, die Galerie Jacobsa und die Galerie mit der blauen Tür.
Ausstellungsort
Feste und wechselnde Ausstellungen mit Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten. Ortsgeschichte, Werke des fränkischen Künstlers Fritz Griebel, Wirken der Nürnberger Patrizierfamilie Geuder. Vereinigte Papierwerke (Erfinder des Tempo-Taschentuchs).
Bis 2.2.2026, Nürnberg
Bis 22.3.2026, Nürnberg
Nürnberg spielte eine entscheidende Rolle für die Entstehung globaler Netzwerke: über die Häfen Venedigs und Portugals reichten die Verbindungen bis nach Asien und Amerika.