Ausstellung 12.05.20 bis 10.01.21

Museum für Kommunikation

Briefe ohne Unterschrift

DDR-Geschichte(n) auf BBC Radio

Berlin, Museum für Kommunikation: Die anonym verfassten Briefe, die aus der DDR über Deckadressen in West-Berlin zur BBC-Radiosendung „Briefe ohne Unterschrift” in London gelangten, boten ungeschönte und direkte Einblicke in den DDR-Alltag. Bis 10.1.21

„Schreiben Sie uns, wo immer Sie sind, was immer Sie auf dem Herzen haben.” Mit diesen Worten lud die BBC-Radiosendung „Briefe ohne Unterschrift”, die von 1949 bis 1974 im Rahmen der Nachrichtensendung „Programm für Ostdeutschland” ausgestrahlt wurde, Hörer und Hörerinnen zum Briefeschreiben ein.

Die anonym verfassten Briefe, die aus der DDR über Deckadressen in West-Berlin zur BBC in London gelangten, boten ungeschönte und direkte Einblicke in den DDR-Alltag. Über die Jahre entwickelte sich „Briefe ohne Unterschrift” zur politisch hochbrisanten wie auch emotional aufgeladenen Radiosendung – natürlich nicht ohne ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit zu geraten.

Das Zuhause der Schreiber, die Zentrale der Staatssicherheit der DDR, das BBC-Studio: Die Ausstellung zeigt die Stationen, die die Briefe durchliefen, und erzählt die Geschichten, die damit verknüpft sind. Exklusive Interviews mit Briefeschreiber und Sendungsmacher zeigen persönlichen Schicksale. Erstmalig werden Tonbandmitschnitte, die das MfS von der Sendung angefertigt hat, zusammen mit den jeweiligen Originalbriefen aus dem Archiv der BBC präsentiert.

Wo und mit welchen Mitteln sich heute Menschen weltweit für politische und gesellschaftliche Teilhabe sowie freie Meinungsäußerung einsetzen, wird am Beispiel aktueller Aktivisten deutlich. In einem analogen Umfragetool können die Besucher schließlich ihre persönliche Meinung zu der Frage „Wie frei fühle ich mich in meinen Äußerungen” reflektieren und sich anonym auf einer Skala verorten.

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