Museum

Bürgermeister-Müller-Museum

Die Welt in Stein: Museum Solnhofen

Solnhofen: Bedeutende Fossiliensammlung aus dem Solnhofener Plattenkalk, Exemplar des Urvogels Archaeopteryx.

Das nach modernsten Gesichtspunkten gestaltete, als regionales Schwerpunktmuseum anerkannte Museum im Rathaus zeigt in reicher Auswahl versteinerte Tiere und Pflanzen aus der Jurazeit. In beleuchteten Vitrinen findet der Besucher ausschließlich Originale aus der Gruppe der Saurier bzw. Reptilien (Homoesaurus, Plesiosaurus und Flugsaurier), eine Vielzahl von Krebsen, Kopffüßlern (Tintenfische, Ammoniten und Belemniten) und Stachelhäutern. Besonders reichhaltig vertreten ist die Welt der Fische.

Bekannt geworden ist Solnhofen vor allem durch den Fund eines versteinerten Urvogels 1861.

Der Paläozoo

Ähnlich wie in einem richtigen Zoo mit lebenden Tieren enthalten die Beschriftungen der Exponate eine Beschreibung der Lebensräume sowie Zeichnungen der fossilen Tiere und Pflanzen. Den erklärenden Raumtext ergänzt eine Modellskizze, wo der dargestellte Lebensraum in der Natur anzusiedeln wäre. In Anlehnung an die Farben der Natur in heutigen tropischen Insel-Archipelen bilden die verschiedenen Farben der Räume eine sowohl fachliche als auch optische Leitlinie.

Im Paläozoo sind alle bedeutenden Tierarten des Archipels zusammen mit der Vegetation vereint. Im Vordergrund stehen die Gewinner der Evolution: im Meer Seelilien, Tintenfische, Raubfische und die großen Meersaurier, an Land inselbewohnende Echsen, Flugsaurier sowie befiederte und vogelartige Raubdinosaurier. Die Nahrungsketten im Fossilbericht des Paläozoo zeigen zudem, wer wen gefressen hat.

Bei den Unterwasserwelten stehen felsige und steinige Meeresböden mit im Vordergrund. Einen Sonderbiotop gibt es am Rande der Solnhofener Lagunen. Die Archaeopteryxwelten geben Einblicke in die historische Biodiversität des Lebens auf dem Land und dem Luftraum und zeigen, wie unter tropischer Sonne verschiedene Wirbeltiere den aktiven Flug beherrschten oder sogar zur Perfektion brachten.

Den finalen Höhepunkt des Rundgangs bilden die Ikonen der Erdgeschichte: die befiederten und vogelartigen Raubdinosaurier. Im Mittelpunkt stehen die Originale des Raubdinosaurier Sciurumimus mit seinem buschigen Schwanz und die vogelartigen Archaeopteryx und Wellhoferia.

Das Arrangement der Fossilien folgt dem Grundprinzip, dass man Tiere, die sich zu Lebzeiten vor Millionen Jahren begegneten, in ihren farblich markierten Lebensräumen nebeneinander betrachtet.

Das „Drama der Urzeit” zeigt einen Flugsaurier Rhamphorhynchus mit erbeutetem kleinem Fisch im Schlund als Opfer eines Raubfisches Aspidorhynchus.

Die Welt in Stein

Im Obergeschoss des Museums begegnen sich in einer offenen Ausstellung Solnhofer Kunsthandwerker, Steinfachleute, Künstler und Wissenschaftler auf Augenhöhe.

Weltweit berühmt wurde der Solnhofener Plattenkalk 1798 mit der Erfindung der Lithografie durch Alois Senefelder. Es war eine Erfindung, die um die Welt ging und die Kommunikation der Menschheit veränderte.

Denn Gutenbergs Hochdruck mit beweglichen Lettern konnte nur Texte zu einer druckbaren Seite zusammenfügen. Das änderte sich mit Senefelders als Lithografie bezeichnetem chemischem Reaktionsdruckverfahren, aus dem der Flachdruck und später der Offsetdruck hervorging: ein heute noch dominierendes Druckverfahren.

Als besonderes Highlight des Museums gilt die weltgrößte Lithographie von Mario Derra, ausgestellt in Form einer Gutenberg’schen Buchrolle.

Der Verfasser hat das Museum am 3.7.2015 besucht.

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