Ausstellung 08.10.22 bis 12.02.23

Reinhart am Stadtgarten

Checkmate

Spiel der Könige

Winterthur, Reinhart am Stadtgarten: Die Regentschaft wurde durch arrangierte Ehen gesichert und an die Nachkommen vererbt. Ehebündnisse wurden aufgrund gemalter Porträts geschlossen. Dabei erwarteten Machthaber sowohl Ähnlichkeit wie auch Attraktivität. Bis 12.2.23

Erlesene Miniaturen des Frühbarock aus Frankreich, England und den Niederlanden aus dem reichen Fundus der Winterthurer Sammlung machen das damalige Repräsentationsbedürfnis der Mächtigen erlebbar.

Die Epoche des Frühbarock war in Europa eine Zeit gesellschaftlicher Umbrüche und kriegerischer Auseinandersetzungen: Reformation und Gegenreformation führten zu langjährigen Glaubenskriegen wie dem Dreißigjährigen Krieg. Aus der Konfessionsfrage wurde ein Kampf um die Führungsrolle unter den europäischen Mächten: was als religiöser Konflikt begann, endete letztlich als Territorialkrieg. Einer Schachpartie gleich verfolgten die Monarchen die Sicherung der eigenen Macht und die Vergrösserung ihres Reiches.

In diesem taktischen Spiel übernahmen Miniaturbildnisse eine wichtige Rolle: die wertvollen Kleinode waren Statussymbole und Repräsentationsobjekte der Herrschenden, durch deren Besitz und Vergabe der eigene soziale Rang kommuniziert wurde. Basierend auf dem Wunsch nach Profilierung der führenden Gesellschaftsschichten fasste die Porträtmalerei vor allem in protestantisch dominierten Ländern Fuß, insbesondere in England und den Niederlanden. Von der kostspieligen Aufmachung absolutistischer Könige inspiriert, galt es, sich in wertvollen Gewändern, Uniformen oder Harnischen magistral zu inszenieren.

Die Regentschaft wurde durch arrangierte Ehen gesichert und an die Nachkommen vererbt. Ehebündnisse wurden aufgrund gemalter Porträts geschlossen. Dabei erwarteten Machthaber sowohl Ähnlichkeit wie auch Attraktivität der Dargestellten, was dem Bildnismaler zur besonderen künstlerischen Herausforderung geriet.

Die Miniaturenausstellung läuft parallel zur Ausstellung „Kunst und Krieg” und umfasst 50 Werke aus der Sammlung des Museums.

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