Ausstellung 25.09.21 bis 09.01.22

Rudolf-Scharpf-Galerie

Denken wie ein Oktopus

oder: Tentakuläres Begreifen

Ludwigshafen, Rudolf-Scharpf-Galerie: Kann man Tieren ein komplexes Denkvermögen absprechen, nur weil sie nicht unsere Sprache sprechen? Die Ausstellung greift solche Überlegungen auf, um anhand vielfältiger künstlerischer Arbeiten das bisherige Tier-Mensch-Verhältnis zu hinterfragen. Bis 9.1.22

Lange Zeit grenzte sich der Mensch vom Tier ab, da angeblich nur Menschen denken und sprechen können. Doch im aktuellen Zeitalter des Post-Anthropozän steht das menschliche Überlegenheitsverständnis in Frage. Kann man Tieren ein komplexes Denkvermögen absprechen, nur weil sie nicht unsere Sprache sprechen? Sind die Sprachen von Tieren wirklich so anders als unsere zahlreichen Menschensprachen? Auch die menschliche Sprache ist nicht natürlich gegeben, sondern muss in jungen Jahren erlernt werden.

Die Ausstellung greift diese Überlegungen auf, um anhand vielfältiger künstlerischer Arbeiten das bisherige Tier-Mensch-Verhältnis zu hinterfragen. Am Sinnbild des hochintelligenten Oktopus’, dessen Denk- und Sinnesapparat grundsätzlich anders strukturiert ist als unserer, werden Perspektivverschiebungen ästhetisch in den Raum gestellt. Wie wäre es, mit Tentakeln zu denken? Auf welche Weise schreiben wir uns in das Gedächtnis einer Krähe ein? Und können wir uns in Gebärden mit einer Gorilladame unterhalten?

Versteht sich der Mensch bis heute als „Krone der Schöpfung”, der aufgrund seiner Fähigkeit zu Denken und zu Sprechen dem Tier überlegen ist und sich daher Tiere und Natur Untertan machen darf, so verfolgt die Ausstellung und die begleitende Publikation eine differenziertere Betrachtungsweise, einen Paradigmenwechsel im Tier-Mensch-Verhältnis.

Mit künstlerischen Arbeiten von: Monira Al Qadiri, Paulo Arraiano, Sarah Browne, Erik Bünger, Eli Cortiñas, Andreas Greiner, Klara Hobza, David Horvitz, Krõõt Juurak and Alex Bailey, Annika Kahrs und Gretta Louw.

Rudolf-Scharpf-Galerie ist bei:
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