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9.6.2024
Spitzweg, Sennerin und Mönch zu „Der rote Schirm”, DE-99510 Apolda
Carl Spitzweg, Sennerin und Mönch, 1838, Öl auf Leinwand
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt - Ausschnitt

Ausstellung 09.09. bis 15.12.24

Der rote Schirm

Liebe und Heirat bei Carl Spitzweg

Kunsthaus der Apolda Avantgarde

Bahnhofstraße 42
DE-99510 Apolda
Ganzjährig:
Di-So+Ft 10-17 Uhr

Kein anderes Thema beschäftigte Spitzweg so mannigfaltig wie die Liebe. Eng verbunden mit seinem Namen sind z.B. „Der abgefangene Liebesbrief” oder „Der ewige Hochzeiter”.

Ein bislang übersehenes, aber überaus wichtiges Detail in der Bildwelt Spitzwegs ist ein roter Regenschirm. Welche Bedeutung er in Sachen Liebe hat, dem geht die Ausstellung nach und erlaubt damit nicht nur einen neuen Blick auf sein Leben und seinen Liebesbegriff, sondern auch auf sein Frauenbild und die Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert.

Zu Zeiten Spitzwegs war der rote Regenschirm in einigen Regionen Deutschlands das Requisit des Hochzeitsladers, dem Zeremonienmeister der bäuerlichen Hochzeit. Spitzweg gab den Schirm oft seinen Figuren mit auf den Weg. Von Anfang bis Ende seiner künstlerischen Laufbahn blieb der rote Regenschirm fester Bestandteil seiner Bildwelt. Neben der häufigen Verwendung des Motivs verrät ein Vergleich mit anderen dargestellten Parasols und Parapluies, die Spitzweg als modisches Accessoire ihrer Funktion entsprechend einsetzt, dass seine Vorliebe für den roten Schirm weit über ein allgemeines kulturelles und künstlerisches Interesse hinausging. Der Schirm wird gleichzeitig hervorgehoben und versteckt. Was es damit auf sich hat, auch dieser Frage nimmt sich die Ausstellung an, die einmal mehr aufzeigt, dass Spitzweg weder der kauzige Sonderling noch der brave biedermeierliche Idyllen-Maler war, als der er lange Zeit galt.

POI

Ausstellungsort

Kunst­haus der Apolda Avant­garde

Villa im italienischen Landhausstil aus der Gründerzeit. Ausstellungen internationaler und regionaler Künstler.

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Wasser­burg Kapellen­dorf

Burgen und Adel, Stadt und Bürgertum, Kirche und Klerus. Mittelalterliches Handwerk zum Anfassen und Selbermachen.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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