Ausstellung 11.12.25 bis 06.01.27
Ölschiefer wurde seit dem 16. Jahrhundert im Tagebau abgebaut, zu Steinöl verarbeitet und als Tierarznei und Heilmittel für Menschen verwendet. Nach einer experimentellen Phase der Asphaltproduktion im 19. Jahrhundert stand ab 1884 wieder die medizinische Verwendung im Mittelpunkt und wurde vom intensiven Untertage-Bergbau begleitet, der bis 1964 Bestand hatte.
Der jahrhundertealte Ölschieferbergbau stellt ein bedeutendes Kapitel Regionalgeschichte des Karwendels dies- und jenseits der Grenze zwischen Bayern und Tirol dar. Die schwarzen, brennbaren und stark riechenden Spuren im Karwendelgebirge sind der Sage zufolge das getrocknete Blut des Riesen Thyrsus. Dieser wurde im Kampf mit dem Riesen Haymon in der Nähe von Seefeld verwundet, flüchtete in die Berge und starb dort mit den Worten: „Geh hin mein Bluet, sei für Vieh und Leut guet.“ Als Thyrsenblut oder Dirschenöl wurde das Steinöl daher auch bezeichnet.
Die Ausstellung enthüllt die sagenhafte wie geologisch spektakuläre Geschichte des Ölschiefers, der Gewinnung, den Vertrieb (u.a. durch den Mittenwalder Hiasele) sowie die Verwendung des Steinöls. Die zahlreichen Objekte der Maximilianshütte in Reith bei Seefeld und weitere Ausstellungsstücke erzählen die grenzüberschreitende Geschichte des Ölschieferbergbaus im oberen Isartal, am Seefelder Plateau und am Achensee vom 16. Jahrhundert bis heute.
Eine besondere Attraktion ist der nachgebaute Stollen.
Ausstellungsort
Geigenbau in Mittenwald, Orts- und Heimatgeschichte. Zither von Ignaz Simon.
Zentrum, Mittenwald
„Riesenfernrohr" an der Bergstation der Karwendelbahn in 2.244m Höhe: Deutschlands höchstgelegene Umweltausstellung. Alpines Ökosystem und Lebensraum „Karwendel”. Lebensbedingungen der Pflanzen, Tieren und Menschen im Alpenraum.
Bis 8.11.2026, Garmisch-Partenkirchen
Die Interventionen der Keramikerin Stephanie Borchardt, des Gestalters Christoph Leuner und des Malers und Lyrikers Günter Nosch regen zu einem frischen, offenen Blick auf historische Objekte an.
Bis 14.2.2027, Garmisch-Partenkirchen
Das Werk dieser drei Künstlerinnen steht exemplarisch für viele, deren Stimmen im Kunstbetrieb kaum Gehör fanden.
Bis 8.11.2026, Großweil
An sechs unterschiedlichen Orten im Museumsgelände lassen sich neue Geschichten und Personen entdecken, die in den historischen Häusern bislang noch nicht thematisiert wurden.