Museum

Deutsches Romantik-Museum

Frankfurt/Main: Das Museum ist das weltweit erste, das sich der Epoche als Ganzes widmet. Präsentiert werden einzigartige Originale mit innovativen Ausstellungsformen, die die Zeit der Romantik als Schlüsselepoche erfahrbar machen.

Die romantische Bewegung begann im späten 18. Jahrhundert. Damals erlebte Europa eine Phase des politischen Umbruchs, der in der Französischen Revolution (1789) und ihren Folgen kulminierte. Parallel dazu veränderte sich auch das Selbstverständnis des Menschen.

Schon die Werke des jungen Goethe und die Literatur des Sturm und Drang sind Vorboten einer neuen Zeit. In der Philosophie rückt das wahrnehmende Subjekt in den Mittelpunkt des Interesses. Nicht nur der Verstand, sondern Sinne und Leidenschaften, Einbildungskraft und Gefühl werden fortan zu den wesentlichen Fähigkeiten des Menschen gezählt.

In dieser Umbruchphase hat die Romantik Deutungen und Ausdrucksformen geschaffen, die uns bis in die Gegenwart prägen, und hat Hoffnungen und Ängste artikuliert, die auch die Menschen von heute noch umtreiben: „nach innen geht der geheimisvolle Weg”, formulierte es programmatisch der Dichter Novalis.

Die Epoche der Romantik

Das Museum ist das weltweit erste, das sich der Epoche der Deutschen Romantik als Ganzes widmet. Präsentiert werden einzigartige Originale mit innovativen Ausstellungsformen, die die Zeit der Romantik als Schlüsselepoche erfahrbar machen. Im Dialog mit dem benachbarten Goethe-Haus sind hier Manuskripte, Graphik, Gemälde und Gebrauchsgegenstände zu sehen.

Der Weg durch die Dauerausstellung läßt die Besucher mit Wackenroder und Tieck durch den Harz streifen, die Kunst zur Religion erheben und ein Volksmärchen erfinden. Sie sind quasi mit dabei, wenn Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis, den poetischen Staat verkündet, die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel für Aufsehen sorgen, besagter Novalis von der blauen Blume träumt und Clemens Brentano einen herausfordernden Brief an Karoline von Günderrode richtet.

Landkarte der Romantik

Anders als andere Bewegungen hatte die Romantik zu keinem Zeitpunkt nur einen einzigen geografischen Mittelpunkt. Es gab vielmehr verschiedene Zentren, die im Lauf der Entwicklung mehrfach gewechselt haben. Eine interaktive Landkarte zeigt, wer wann wo gewohnt hat, auf welchen Reisen wer mit wem zusammengetroffen ist, und welche Gedenkorte und Museen uns heute an diese Epoche erinnern.

Clemens Brentano und Achim von Arnim etwa weilten am Rhein, wo die malerische Landschaft mit ihren Weinbergen und alten Burgen ihren Freundschaftsbund festigte, und smmelten vergessene Liedtexte, wobei ihnen u.a. die Brüder Grimm halfen. Die Schriftstellerin Sophie Mereau-Brentano bedichtete das Bildnis ihres Mannes, Karoline von Günderrode dichtete von Liebe und Tod, bevor sie sich einen Dolch ins Herz stieß, und Friedrich Schlegel entwarf in Paris ein Universum des Wissens.

Im September 1805 erschien der auf 1806 vordatierte, Goethe gewidmete erste Band der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn”, dem 1808 zwei weitere folgten. Lieder daraus wie „Wenn ich ein Vöglein wär” oder „Schlaf, Kindlein, schlaf” sind bis heute bekannt.

Der junge Illustrator Peter Cornelius kam 1809 nach Frankfurt, wo er mit Zeichnungen zu Goethes Faust begann. Dabei orientierte er sich an der Kunst Albrecht Dürers und schuf eine romantisch gefärbte Vorstellung von mittelalterlichen Schauplätzen und Figuren. Philipp Otto Runge entwarf eine Harmonielehre für Maler, Johann Wilhelm Ritter experimentierte mit Strom und Licht, E.T.A. Hoffmann erklärte Beethoven zum Romantiker, Jacob und Wilhelm Grimm sammelten weiter Kinder- und Hausmärchen, und nach Napoleons Niederlage glaubten viele, nun sei die Geburtsstunde einer deutschen Nation in Einheit und Freiheit gekommen.

Die letzte Station der unteren Ausstellungsebene ist mit Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust” einem Höhepunkt der musikalischen Goethe-Rezeption gewidmet. Das darüberliegende Stockwerk schildert, wie der Kölner Dom ein romantisches Bauprojekt wurde, Joseph von Eichendorff einen Taugenichts auf Wanderschaft schickt und Wilhelm Müller und Franz Schubert einen Liebenden auf eine Winterreise durch Eis und Schnee jagen.

Romantik und kein Ende

Für die letzte Station schließlich wurde der Fotograf Alexander Paul Englert gebeten, mit der Filmkamera Situationen festzuhalten, in denen er das „Romantische” auch heute noch wiedergefunden hat.

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