Museum

Deutsches Schustermuseum

Burgkunstadt: Schuhfabrikation von der Handanfertigung bis zum Industriebetrieb. Inszenierung einer Schusterstube aus dem 19. Jahrhundert. Mehr als 25 Großmaschinen aller Epochen. Modellabteilung mit Zuschneiderei.

Bereits im Jahr 1481 hatte ein „Schubart” (Schuhmacher) seine Abgaben an die Stadt zu leisten. Wie viele Gerbereien und „Schubarten” Burgkunstadt schon im 17. Jahrhundert hatte, ist aus alten Stadtrechnungen ersichtlich.

Waren es zuerst reine Hausschuster, die die Schuhmacherei betrieben, so entwickelte und gründete der jüdische Mitbürger Joseph Weiermann im Jahr 1888 die erste mechanische Schuhfabrik in Burgkunstadt.

Industrialisierung

Damit begann eine enorme Umwälzung der wirtschaftlichen und sozialen Struktur der Bevölkerung: man arbeitete nicht mehr zu Hause in der Stube, sondern ging in die „Schuhbuden”.

Burgkunstadt wurde zur „Schuhstadt am Obermain”: seine Schuhfabriken beschäftigten bis zu 2.300 Mitarbeiter und produzierten bis zu 12.000 Paar Schuhe pro Tag. Nach knapp 100 Jahren Schuhindustrie wurde jedoch am 31.03.1990 die Produktion eingestellt und die letzte Schuhfabrik am Ort geschlossen.

Das Deutsche Schustermuseum will allen Besuchern und nachfolgenden Generationen zeigen, was einmal über 100 Jahre den wirtschaftlichen Mittelpunkt der Stadt Burgkunstadt bildete. Auf drei Etagen werden dem Besucher sowohl die handwerkliche wie auch die maschinelle Fertigung von Schuhen anschaulich gezeigt und der Übergang von den handwerklichen Methoden zur maschinellen Schuhfertigung durch zahlreiche Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Halbfabrikate, Hinweis- und Schautafeln veranschaulicht.

In der Maschinenhalle dokumentieren mehr als 25 Großmaschinen aller Epochen den Übergang von den handwerklichen Methoden zur maschinellen Schuhfertigung. Die Modellabteilung mit Zuschneiderei zeigt, wie vom Modelleur die ersten Entwürfe eines Schuhs erstellt wurden.

Schusterstube

Highlight des Museums ist die original nachgestellte Szene einer Schusterstube aus dem 19. Jahrhundert. Die „Schusterkugel” war damals einzige Lichtquelle des Schuhmachers.

Der Verfasser hat das Museum am 22.7.2015 besucht.

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