Ausstellung 23.11.22 bis 21.05.23

Jüdisches Museum München

Die letzten Europäer

Jüdische Perspektiven auf die Krisen einer Idee

München, Jüdisches Museum München: Was war das „Projekt Europa” und was ist daraus geworden? Und was wird aus ihm werden? Ist die europäische Gemeinschaft in Zeiten beunruhigender globaler Herausforderungen noch weiter auseinander statt näher zusammen gerückt? Bis 21.5.23

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Europa von einem Rückfall in nationalistische und menschenfeindliche Ideologien bedroht. Der europäische Imperativ „Nie wieder!” wird von vielen in Frage gestellt. Zugleich entdecken Europas Nationalisten ihre eigene Fantasie vom „christlich-jüdischen Abendland” als Kampfbegriff gegen Zuwanderung und Integration. Die vorgeblich universellen Werte der Aufklärung, die zu den Grundlagen europäischer Verständigung nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts zählten, zeigen ihr anderes Gesicht und werden so zu Mitteln der Abschottung und Ausgrenzung.

Was war das „Projekt Europa” und was ist daraus geworden? Und was wird aus ihm werden? Ist die europäische Gemeinschaft in Zeiten beunruhigender globaler Herausforderungen noch weiter auseinander statt näher zusammen gerückt? Werden nationale Interessen immer mehr gegen europäische Lösungen ausgespielt?

Vor dem Hintergrund dieser Fragen blickt das Jüdische Museum München gemeinsam mit dem Jüdische Museum Hohenems auf jüdische Individuen, die angesichts der Zerstörungen Europas und der versuchten Vernichtung der europäischen Juden im 20. Jahrhundert nationale und kulturelle Grenzen überschritten, die universelle Geltung von Menschenrechten erneut einforderten und vehement einen europäischen Traum verfolgten. Anhand ihres Engagements für ein geeintes und friedliches Europa erkundet die Ausstellung gleichzeitig dessen neuerliche Bedrohung.

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