Version
9.5.2026
Franciso de Goya, Selbstbildnis zu „Die Schrecken des Krieges”, DE-56068 Koblenz
Franciso de Goya, Selbstbildnis (Ausschnitt), o. J.
Bildrecht und Repro: Museum Zitadelle Jülich

Ausstellung 30.05. bis 11.10.26

Die Schrecken des Krieges

Francisco de Goya (1746-1828)

Mittelrhein-Museum

Zentralplatz 1
DE-56068 Koblenz
Ganzjährig:
Di-So 10-18 Uhr

Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828) war nicht nur der bedeutendste spanische, sondern überhaupt der vielleicht bedeutendste europäische Künstler seiner Zeit. Auf der einen Seite wurzelt er noch im alten, absolutistisch geprägten Spanien und war ein Vertreter der Hofkunst, der er neue Impulse verlieh. Auf der anderen Seite war er Zeitzeuge der grundlegenden Umbrüche durch die Französische Revolution und die napoleonischen Kriege, die gerade Spanien schwer heimsuchten.

Goya erschloss sich völlig neue Themen und Zugangsweisen sowie künstlerische Ausdruckformen, die in seiner Zeit einzigartig waren. Aus diesem Grunde hat man in ihm oft auch einen Vorläufer der Moderne gesehen.

Einen ganz neuen Zugang zum Thema Krieg und dessen Begleiterscheinungen entwickelte Goya in der Serie „Los desastres de la guerra” oder auf Deutsch: Die Schrecken des Krieges. Es handelt sich um eine Serie von 82 Aquatinta-Radierungen, die in den Jahren 1810 bis 1814 entstand. Unter dem Eindruck des eigenen Erlebens schildern sie die Gräueltaten der französischen Besatzer im Kampf mit der aufständischen spanischen Bevölkerung.

Keine Verklärung und Heroisierung, wie es lange üblich war, zeigte Goya, sondern die Schreckenstaten auf beiden Seiten, Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Leichenberge, Verstümmelte. Goya brach damit einer neuen Wahrnehmung die Bahn, die sich in Deutschland erst im 20. Jahrhundert in den Werken von Otto Dix zum Ersten Weltkrieg zeigen sollte.

Zu Goyas Lebzeiten wurde diese Serie nicht veröffentlicht. Erst lange nach seinem Tode erschien 1863 die erste Auflage.

POI

Ausstellungsort

Mittel­rhein-Museum

Kunst- und kultur­ge­schicht­liches Museum im spek­ta­ku­lären „Forum Con­flu­entes”. Rhei­ni­sche Kunst vom Mittel­alter bis zum 20. Jahr­hundert, mittel­alter­liche Skulp­turen, Rhein­roman­tik.

Bis 6.9.2026, im Haus

Koblenz wird modern

Auch wenn die 1920er Jahren im Mittel­punkt stehen, wirft die Aus­stellung einen Rück­blick auf die Situation vor 1914 sowie einen Ausblick auf die Zeit nach 1933 und 1945.

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