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2.6.2025
Lucas, lost in the plains zu „Die Weite und das Detail”, DE-59379 Selm
Simone Lucas, Lost in the Plains, 2019, Öl und Mischtechnik auf Leinwand

Ausstellung 04.05. bis 26.10.25

Die Weite und das Detail

Simone Lucas & Sven Kroner

LWL-Museum auf Schloss Cappenberg

Schloss Cappenberg
DE-59379 Selm
Nicht mehr besuchbar:
Ausstellungsende erreicht.

Die Gemälde von Simone Lucas und Sven Kroner entwerfen ein eigenständiges Bild von Wirklichkeit, das sich durch eine zeitgenössische Interpretation der Neuen Sachlichkeit auszeichnet. Dabei spielen sie mit der Spannung zwischen Mikro- und Makrokosmos und untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Detail und Gesamtkomposition.

Lucas widmet sich in ihren Gemälden den einfachen Dingen des Alltags, die durch ihr Zusammenspiel eine eigene Magie entfalten. Ihre surreal anmutenden Interieurs bewegen sich zwischen Landschaften und menschlichen Beziehungen und dienen als Bühne für Figuren, die sich dem Märchenhaften annähern. Durch gezielte Abstraktion löst sie ihre Motive von Dinglichkeit und Sprache, wodurch eine neue Erfahrungsebene entsteht. Die Erzählung bleibt erhalten, entwickelt sich jedoch weiter und entfaltet ihre Wirkung im Bewusstsein der Betrachtenden.

Kroners Werke hingegen reagieren auf übergreifende gesellschaftliche und globale Entwicklungen. Seine Bilder zeigen Einblicke in sein Haus und Atelier, während seine Landschaften als nostalgische Reminiszenzen an persönliche Erlebnisse fungieren. Doch seine meist aus der Vogelperspektive dargestellten Dorf- und Stadtansichten spiegeln zugleich aktuelle gesellschaftlichen Fragestellungen wider. Als Grundlage für seine Kompositionen baut er teils eigene Modelle, die gelegentlich selbst Teil einer Ausstellung werden.

Die Ausstellung vereint die Werke von Lucas und Kroner und stellt ihre künstlerische Auseinandersetzung mit der Darstellung von Mikro- und Makrokosmos heraus. Beide befassen sich mit der Präzision der Wahrnehmung und der detaillierten Wiedergabe von Welt und Mensch. Sie untersuchen das Zusammenspiel von kleinen, unscheinbaren Elementen mit großen, komplexen Strukturen und greifen dabei Prinzipien der Neuen Sachlichkeit auf. Ihre Darstellungen sind von einer objektiven, fast wissenschaftlichen Perspektive geprägt, gehen jedoch darüber hinaus: die Detailgenauigkeit der sichtbaren Realität führt zu einer atmosphärischen Verdichtung, in der Rätselhaftigkeit und Magie aufscheinen.

Die Konfrontation von Mikro- und Makrokosmos verleiht den Gemälden eine eigentümliche Übernatürlichkeit. Die Präzision und Detailtreue der Werke sowie ihre emotionale und konzeptionelle Tiefe reflektieren nicht nur individuelle Bildwelten, sondern greifen auch gesellschaftliche Fragestellungen auf. Damit sind die Werke von Lucas und Kroner durchaus vergleichbar mit den Themen des historischen Umbruchs vor gut einhundert Jahren – und zugleich hochaktuell.

POI

Ausstellungsort

LWL-Museum auf Schloss Cappen­berg

Alters­ruhe­sitz des preu­ßi­schen Staats­mini­sters Hein­rich Fried­rich Karl Frei­herr vom Stein (1757-1831).

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