Ausstellung 27.03. bis 04.10.26
Intime Porträts, lichte Aquarelle, prägnante Scherenschnitte: Fritz Griebel (1899-1976) ist eine der Schlüsselfiguren der Nürnberger Kunst nach 1945.
Die Sonderausstellung anläßlich seines 50.Todestages führt seine wichtigsten Werkgruppen zusammen und zeigt zugleich Griebels Bedeutung für die Nürnberger Kunst der 1950er- und 1960er-Jahre: als Künstler, Lehrer und kulturprägende Instanz.
Fritz Griebel wurde am 22. August 1899 in Unfinden (Unterfranken) geboren und kam noch im Kindesalter nach Heroldsberg, wo er über weite Strecken seines Lebens wirkte und 1976 auch starb.
Seine Ausbildung führte ihn zunächst an die Nürnberger Kunstgewerbeschule zu seinem Lehrer Rudolf Schiestl, später nach Berlin. Früh etablierte er sich als eigenständige Stimme, auch als Wegbereiter des modernen Scherenschnitts. Nach 1945 prägte Griebel die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg maßgeblich: ab 1946 als Professor, von 1948 bis 1957 als Direktor in der Aufbauphase der Nachkriegszeit.
Den Kern der Ausstellung bilden Porträts. Griebel schaut Menschen nicht „repräsentativ” an, sondern aufmerksam und unaufgeregt. Die Bildnisse seiner Familie und Künstlerfreunde leben von Haltung, Blick und präziser Zeichnung.
Ein zweiter Schwerpunkt sind Aquarelle, in denen Griebel seine besondere Stärke entfaltet: Leichtigkeit im Pinselstrich, transparent gesetzte Farben, klare Kompositionen und ein Sinn für Licht machen diese Blätter zu Höhepunkten der Ausstellung. Hier zeigt sich Griebel als Künstler, der mit wenigen Mitteln Atmosphäre schafft – und der das Wesentliche trifft, ohne zu vereinfachen.
Bekannt wurde Fritz Griebel außerdem durch seine Scherenschnitte. In Schwarz und Weiß, nur aus dem Schnitt heraus, entstanden überraschend lebendige Figuren und Szenen. Gerade diese Arbeiten zeigen Griebels Gespür für Kontur, Rhythmus und Pointierung.
Ein besonderer Reiz liegt in den Darstellungen von Heroldsberg. Ortsansichten und Motive des vertrauten Umfelds geben der Ausstellung eine lokale Tiefenschärfe: Heroldsberg erscheint nicht als Kulisse, sondern als Ort, der Griebels Blick formte und den er seinerseits künstlerisch prägte. Für Besucher aus Nürnberg und der Region wird hier ein Stück kultureller Erinnerung sichtbar.
Griebel steht für eine Kunstauffassung, die handwerkliche Präzision ernst nimmt und zugleich offen bleibt für die Moderne. Damit wurde er zu einem Orientierungspunkt für eine ganze Generation und zu einem der stillen Architekten der Nürnberger Kunstlandschaft jener Jahrzehnte.
Ausstellungsort
Feste und wechselnde Ausstellungen mit Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten. Ortsgeschichte, Werke des fränkischen Künstlers Fritz Griebel, Wirken der Nürnberger Patrizierfamilie Geuder. Vereinigte Papierwerke (Erfinder des Tempo-Taschentuchs).
Ab 26.7.2026, Nürnberg
Rund 70 Objekte und 100 Fotos geben Einblick in die Unterwelt der Eisenbahn.
Bis 28.6.2026, Nürnberg
Eine Mischung aus Leichtigkeit und Gelehrsamkeit prägt viele seiner überaus populären Werke und macht ihn zu einer wichtigen Figur in der Dürer-Rezeption seiner Zeit.
Ab 10.7.2026, Nürnberg
Bis 6.9.2026, Nürnberg
Die Ausstellung lädt dazu ein, historische Muster der Verehrung zu erkennen.
Museum, Nürnberg
Ehemalige Fabrikhalle mit Motorradmuseum (Hercules, Triumph, Adler), Autos (Zündapp Janus), Großmaschinen, Druckerei, Klassenzimmer, Friseursalon, Zahnarztpraxis, bürgerliche Wohnkultur.
Bis 28.6.2026, Nürnberg
Zum 70. Todestag zeigt die Kunstvilla eine großangelegte Retrospektive aus dem Schaffen des Künstlers.
Bis 28.6.2026, Nürnberg