Ausstellung 18.04. bis 11.10.26
Moore gehören zu den faszinierendsten Landschaften unserer Erde. Auf den ersten Blick wirken sie still und unscheinbar, doch tatsächlich sind sie wahre Schatzkammern der Natur, Klimaschützer und lebendige Archive der Erdgeschichte.
Das Brucker Moos im Landkreis Ebersberg ist ein solches Moorgebiet. Es entstand nach der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren, als mächtige Gletscher das Alpenvorland formten. Beim Abschmelzen hinterließen sie Senken, in denen sich Wasser sammelte. Daraus entwickelten sich Seen und Sümpfe, in denen Pflanzen wuchsen, abstarben und im Wasser konserviert wurden. Über Jahrtausende bildete sich so Torf – der typische Moorboden. Moore wachsen extrem langsam: nur etwa 1 Millimeter pro Jahr.
Man unterscheidet zwei Haupttypen: Niedermoore, die vom Grundwasser gespeist werden, und Hochmoore, die ausschließlich Regenwasser nutzen. Hochmoore sind besonders nährstoffarm – hier überleben nur spezialisierte Pflanzen wie Torfmoose oder der fleischfressende Sonnentau. Auch seltene Tiere wie der Argusbläuling sind an diesen Lebensraum angepasst.
Moore sind nicht nur Lebensräume für seltene Arten, sondern auch wichtige Wasserspeicher. Sie wirken wie ein Schwamm: Bei Starkregen nehmen sie Wasser auf, bei Trockenheit geben sie es langsam wieder ab. Damit schützen sie sowohl vor Hochwasser als auch vor Austrocknung. Gleichzeitig speichern sie große Mengen Kohlenstoff und sind daher bedeutend für den Klimaschutz.
Doch über Jahrhunderte hinweg hat der Mensch stark in diese empfindlichen Ökosysteme eingegriffen. Im Brucker Moos begann im 18. und 19. Jahrhundert die gezielte Entwässerung, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Gräben wurden angelegt, Flüsse begradigt und das Moor kultiviert. Auch Torf wurde als Brennstoff und Einstreu abgebaut. Diese Eingriffe führten dazu, dass das Moor austrocknete, absackte und viele Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verloren.
Trotzdem blieb das Gebiet lange ein wichtiger Wirtschaftsraum. Streuwiesen, die nur einmal im Jahr gemäht wurden, boten Lebensraum für eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt. Auch entlang der Moosach entstanden zahlreiche Mühlen, die die Wasserkraft nutzten.
Heute steht der Schutz der Moore im Mittelpunkt. Seit den 1990er Jahren wird das Brucker Moos schrittweise renaturiert. Ziel ist es, den Wasserhaushalt wiederherzustellen, Torfabbau und Entwässerung zu stoppen und wertvolle Lebensräume zurückzugewinnen. Dazu werden Gräben verschlossen, Flächen wieder vernässt und artenreiche Wiesen gepflegt.
Diese Maßnahmen zeigen bereits erste Erfolge: Seltene Pflanzen und Tiere kehren zurück. Doch Moore bleiben empfindlich. Sauberes Wasser, schonende Nutzung und Rücksicht auf die Natur – etwa durch das Einhalten von Wegen – sind entscheidend für ihren Erhalt.
Moore sind also weit mehr als „nasse Landschaften”: sie sind lebendige Zeitzeugen, Klimaschützer und Heimat einer einzigartigen Vielfalt. Wer sie versteht, erkennt ihren unschätzbaren Wert – und warum es sich lohnt, sie zu bewahren.
Die Ausstellung liefert spannende Einblicke in die vielfältige Welt der Moore und zeigt auf, welche Bedeutung diese einzigartigen Biotope für Artenvielfalt und Klima haben und wie sich ihre Nutzung im Laufe der Zeit verändert hat. Außerdem wirft sie einen Blick auf die aktuelle Situation der Moore im Landkreis Ebersberg und auf neue Ansätze für eine nachhaltige Bewirtschaftung.
Ausstellungsort
Holzbibliotheken, Holzmustersammlungen. Ausbeutung der Wälder, Raubbau und Umweltverschmutzung. Beziehung zwischen Mensch und Natur. Natur-Erlebnispfad.
Museum, Ebersberg
Ca. 500 historische, aus Eisen geschmiedete Grabzeichen, die zu den beeindruckenden Schätzen christlicher Grabmalkultur zählen, in denen sich handwerkliches Geschick und tiefgründige Symbolik vereinen.
Bis 7.12.2026, München
In ihrer Praxis erzeugt Steina Bilder durch Klang und umgekehrt. Video wird zur Schwingung, zu einem Strom, der einzelne Elemente in erfahrbare Umgebungen verwandelt.
Bis 7.2.2027, München
Schmuck, Autoschlüssel, Uhren, Patronen und Luftpistolen aus dem Zweiten Weltkrieg, Devotionalien, Werkzeuge, Telefone, Fotoapparate, Filmaufnahmen und vieles mehr.
Bis 7.2.2027, München
Im Mittelpunkt der künstlerischen Praxis von Maria VMier steht die Malerei, die sich von Schreibgesten und vielgestaltigen, eigenwilligen Markierungen hin zu komplexen Formationen entwickelt hat.
Bis 4.10.2026, München
Rund 200 Exponate von der Antike bis zur Gegenwart zeigen, welche Wirkmacht das scheinbar Alltägliche entfalten kann.
Ab 23.10.2026, München
Rund 140 Gemälde, Grafiken, Objekte, Möbel und Architekturmodelle zeigen die stilistische Bandbreite dieser Epoche