Ausstellung 15.05. bis 26.06.22

Osthaus Museum Hagen

Frank Wiebe. Dynamic Dissolutions

Malerei

Hagen (Westfalen), Osthaus Museum Hagen: In Wiebes Werken überschneiden sich Makro- und Mikrokosmen, die perspektivisch zwischen distanzierter Fernsicht und malerischer Nahaufnahme der Sujets pendeln. Bis 26.6.22

Auflösungsprozesse versetzen die abstrakt-expressiven Landschaftsformationen des Hamburger Malers Frank Wiebe durchweg in Unruhe. Permanente Destabilisierung ist das Gestalt gebende Prinzip des Künstlers mit Ziel einer erweiterten Darstellung und Wahrnehmung der Welt, in der wir leben. Aus dieser paradoxen Dynamik erwachsen gegenstandslose Naturterrains und Landschaftsräume, in denen strahlende Farbflächen ganze Kontinente suggerieren, während feine Gittergeflechte topografische Koordinatensysteme und hinter die Haut der Erscheinungen reichende Tiefenstrukturen wachrufen. In Wiebes Werken überschneiden sich Makro- und Mikrokosmen, die perspektivisch zwischen distanzierter Fernsicht und malerischer Nahaufnahme der Sujets pendeln.

Ein durchgängiges Thema des Malers sind die geologischen und geopolitischen Konditionen und Veränderungen, die heute auf unsere Erde und Umwelt einwirken und sie zunehmend gefährden. Dabei greift er auf einen weitgefassten visuellen Fundus zurück, der kunst- und kulturgeschichtliche Vorbilder miteinschließt. In seiner Malerei deutet Wiebe darauf, dass das natürliche Gleichgewicht unseres Globus durch unser rücksichtsloses Fortschrittstreben Gefahr läuft, endgültig aus dem Lot zu geraten. Gleichzeitig führt er die Schönheit vor Augen, die uns dadurch auf Dauer potenziell verlorengeht.

Osthaus Museum Hagen ist bei:
Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger. Pressemitteilungen willkommen. #1051523 © Webmuseen