Ausstellung 13.12.24 bis 12.04.26
Wer darf mitschwimmen? Und wer nicht? Was sorgt für Ärger unter den Badenden? Im Becken spiegelt sich die Gesellschaft. Unterschiedlichste Menschen mit verschiedenen Lebensstilen und Moralvorstellungen begegnen sich in öffentlichen Bädern – mal mehr und mal weniger harmonisch. Was heißt FREI Schwimmen? Gemeinsam? Oder lieber doch getrennt?
Es gilt als demokratische Errungenschaft, dass alle gleichberechtigt in die Frei- und Hallenbäder dürfen. Schließlich badeten einst Arme und Reiche getrennt. Frauen und Männer ohnehin. In der NS-Zeit wurden die jüdischen Bevölkerung und „Ausländer” ausgeschlossen. Schon zuvor mussten Kriegsversehrte draußen bleiben. Deren Anblick galt als nicht zumutbar. Ebenso wenig wie der von Frauen, die nach vorherrschender Meinung nicht genug Textilien am Leib trugen.
Inzwischen werden Freiheit und Freizügigkeit wieder heiß diskutiert. Benötigen Frauen, queere oder behinderte Menschen einen „geschützten Raum”? Nützt oder schadet Oben-ohne-Baden dem Feminismus? Ist die Akzeptanz von maximalem Verhüllen rückständig oder fortschrittlich?
Die Ausstellung präsentiert prunkvolle Stücke aus dem Fürstenbad „Bad Wildbad”, Instrumente der „Körperoptimierung” aus den Volksbädern Mannheim und Stuttgart-Heslach, die Tür des für Männer streng verbotenen Damenbads im Lorettobad Freiburg sowie den Burkini, mit dem eine Muslima nicht ins Hallenbad in Konstanz eingelassen wurde.
Ob Fürsten- oder Armenbad, Damen- oder Herrenbad, Volks- oder Familienbad: die Ausstellung zeigt, wer dort willkommen war und wer nicht, welche Bekleidung getragen werden musste – und was bis heute jedes Schwimmbad über seine Zeit, die Menschen und ihre Gesellschaft verrät.
Ausstellungsort
Landesgeschichte von 1790 bis heute. Originalobjekte, Fotos, Filme, Tondokumente, interaktive Stationen und spannende Inszenierungen zum Thema.
Dependance, Asperg
Das politische Gefängnis schlechthin. Am Beispiel von 22 Häftlingsbiographien zeigt die Dauerausstellung, wie sich der Freiheitsentzug als Strafe über drei Jahrhunderte hinweg entwickelt hat.
Dependance, Laupheim
Christliche Kunst, Volkskunst, jüdische Kulturobjekte, Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts, Kunst des 20. Jahrhunderts. Friedrich Adler, Kilian von Steiner, Carl Laemmle (Filme und Fotos), Ivo Schaible.
Dependance, Haigerloch
Dependance, Sasbach
Geschichte des Denkmals für den französischen Marschall Turenne, der 1675 in der Schlacht von Sasbach fiel.
Dependance, Stuttgart
Dependance, Münsingen
Zentrumspolitiker Matthias Erzberger (1875-1921), eine Symbolfigur der Weimarer Republik