Museum

Fuhrmann und Schneider Museum

Frammersbach: Ehemaliges Wohnhaus mit Plumpsklo und Nutzgärtchen. Fuhrmannswesen und Heimschneiderei, Ergebnisse der historischen Forschung in Frammersbach. Kneipe der 1950er Jahre.

Fuhrmannswesen und Heimschneiderei prägten das Bild des Ortes und sicherten den Bewohnern über Jahrhunderte hinweg einen Wohlstand, der für die Region Spessart, besonders im 19. Jahrhundert, untypisch war.

Das ehemalige Wohnhaus mit Stall, Nutzgärtchen und Plumpsklo spiegelt die sozialen Verhältnisse des 19. und frühen 20. Jahrhundert wider.

Um 1900 hatte hier ein Papierhändler sein Domizil und in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts war es im Besitz einer Heimschneiderfamilie.

Die Grundmauern des Hauses deuten auf einen Ursprung im späten Mittelalter hin, einige Holzbalken lassen sich in das 17. Jahrhundert datieren.

Fuhrleute

Die Frammersbacher Fuhrleute, erstmals 1441 erwähnt, transportierten als eigenständige Unternehmer Spessartglas, Holz, Tuche, Zucker, Salz, Fisch, Gewürze, Bücher und vieles mehr.

Auftraggeber waren große europäische Handelshäuser der frühen Neuzeit, darunter die Fugger in Augsburg. Beispiele der gehandelten Waren, alte Stiche und Bilder, Karten über die befahrenen Strecken, ein eingekleideter Fuhrmann und vieles mehr illustrieren das Handwerk und die Geschichte der Fuhrleute.

Heimschneider

Zum Ende des 19. Jahrhunderts begann sich in Frammersbach nach dem Vorbild der Aschaffenburger Konfektion die Heimschneiderei zu etablieren. In wenigen Jahrzehnten entfaltete sich eine rasante Blüte, die von der familiär betriebenen Schneiderbude zum Aufbau mittelständischer Unternehmen führte.

Veranschaulicht wird diese Entwicklung durch eine komplett eingerichtete Heimschneiderbude, Werkzeuge und Verarbeitungsmaterial der Heimschneiderei, Urkunden, alte Fotos und Schnittbücher sowie in einem separaten Raum die nachfolgende industrielle Fertigung.

Darüber hinaus präsentiert das Haus einen Überblick über die reichhaltige Ortsgeschichte und die neuesten Ergebnisse der historischen Forschung in Frammersbach.

Der Verfasser hat das Museum am 11.9.2016 besucht.

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