Ausstellung 20.11.20 bis 22.02.21

Kupferstichkabinett

Goethe in Straßburg

Erwachen eines genialen Geistes

Straßburg / Strasbourg, Kupferstichkabinett: Der junge Intellektuelle begeisterte sich in Straßburg, wo er gemäß dem Wunsch seines Vaters sein Jurastudium abschließen sollte, für Farben, volkstümliche Erzählungen und Bräuche und gelangte zu der Überzeugung, dass er Schriftsteller werden würde. Ab 20.11.20

2020 jährt sich Johann Wolfgang von Goethes Aufenthalt in Straßburg zum 250. Mal: zwischen April 1770 und August 1771 hielt sich der damals erst 21-jährige Johann Wolfgang von Goethe in Straßburg auf. Gemäß dem Wunsch seines Vaters sollte er hier sein Jurastudium abschließen, aber auch mit der französischen Lebensart Bekanntschaft schließen und Französisch lernen.

Als der künftige deutsche Dichterfürst nach Straßburg kam, gehörte die Stadt schon seit fast einem Jahrhundert zu Frankreich und war in mancherlei Hinsicht typisch französisch. Dies galt zum Beispiel für Stadtbild und Architektur, die sich im 18. Jahrhundert mit dem Bau der Aubette und der Residenz des Fürstbischofs, dem heutigen Rohan-Schloss, spektakulär verändert hatten.

Dennoch waren die deutschen Traditionen in Straßburg fest verwurzelt, und jahrhundertealte Institutionen wie die Zünfte spielten weiterhin eine wichtige Rolle. Zum Ruf der Stadt trug eine sehr vielfältige Handwerkstradition bei, vor allem die Goldschmiede- und die Keramikkunst waren in ganz Europa hochgeschätzt. Es gelang Straßburg, diese verschiedenen Einflüsse zusammenzuführen, und die Stadt war schon damals zutiefst europäisch.

Während seines Aufenthalts reifte der junge Intellektuelle auch charakterlich und entwickelte sein Kunstverständnis weiter. Goethe pflegte regen Austausch mit dem Straßburger Intellektuellenmilieu, insbesondere mit Johann Gottfried Herder. Er begeisterte sich für Farben, volkstümliche Erzählungen und Bräuche und gelangte zu der Überzeugung, dass er Schriftsteller werden würde.

Auf den Spuren Goethes

Die Ausstellung begibt sich mit rund 120 Werken aus den Straßburger Museen sowie aus anderen öffentlichen und privaten Sammlungen auf die Spuren Goethes und stützt sich dabei vor allem auf seine Schriften und die noch vorhandenen Zeugnisse seiner Straßburger Zeit.

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