Ausstellung 20.03. bis 04.10.26
Ob lang, kurz oder rasiert, glatt oder gelockt: Haare sind weit mehr als eine Frage des Stils. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, von Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Haare sind ein starkes Mittel des Ausdrucks – politisch, religiös, kulturell und persönlich. Mit ihnen bekennen wir Zugehörigkeit, gestalten Identität oder ziehen andere in unseren Bann. Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken. Und auch heute noch gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung und Zugehörigkeit.
Mittels Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur. Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.
Gleichzeitig zeigt der Rundgang, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Selbst die Haarstruktur – etwa bei Schwarzem Haar – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare abzuschneiden.
Die Ausstellung lädt zu einem anregenden, sinnlichen und überraschenden Streifzug durch drei Jahrtausende Kunst- und Kulturgeschichte der Haare ein. Rund 200 Exponate von der Antike bis zur Gegenwart zeigen, welche Wirkmacht das scheinbar Alltägliche entfalten kann. Vertreten sind neben Objekten aus Frühgeschichte und Mittelalter unter anderem Werke von: ▸Sandro Botticelli , Filippo Negroli, Giorgio Vasari, Bartolomé Esteban Murillo, Jacques-Louis David, Jean-Baptiste Carpeaux, John William Waterhouse, ▸Alfons Mucha, Albert Weisgerber, J.D.’Okhai Ojeikere, ▸Herlinde Koelbl, VALIE EXPORT, Pieter Hugo, Simone Haack und Laetitia Ky.
Ausstellungsort
Regelmäßige Ausstellungen sowie direkte Förderung von Kunstprojekten.
Museum, Hannover
Schausammlungen aller Abteilungen: Landesgalerie, Naturkunde, Urgeschichte und Völkerkunde.
Bis 27.9.2026, Bern
Die Ausstellung vereint u.a. Altartafeln, opulente barocke Stillleben, repräsentative Porträts, die berühmte Andachtstafel von Duccio di Buoninsegna sowie Arbeiten von Fra Angelico.
Museum, München
Raumkunstmuseum. Silber- und Reliquienkammer, Porzellane, Insignien, Goldschmiedekunst, Kunsthandwerk.
Ab 25.6.2026, München
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.