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9.2.2026
Sandro Botticelli Profil junge Frau zu „Haar – Macht – Lust”, DE-80333 München
Sandro Botticelli (zugeschr.), Profilbildnis einer jungen Frau (Ausschnitt), 1475-1480
Foto: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Christoph Schmidt; Public Domain Mark 1.0
Herlinde Koelbl, Punk zu „Haar – Macht – Lust”, DE-80333 München
Herlinde Koelbl, Projekt Haare, Punk (Ausschnitt), 2007, Fotografie
© Herlinde Koelbl
Gottfried Wilhelm Leibniz zu „Haar – Macht – Lust”, DE-80333 München
Gottfried Wilhelm Leibniz, Modell, 1881-1883, Gips
Staatliche Kunstsammlungen Dresden © Foto: Reinhard Seurig / Hans-Jürgen Genzel
Salvador Viniegra, der erste Kuss zu „Haar – Macht – Lust”, DE-80333 München
Salvador Viniegra y Lasso de la Vega, der erste Kuss, 1891, Öl auf Leinwand
© Photographic Archive, Museo Nacional del Prado, Madrid
Laetitia Ky, Fighter zu „Haar – Macht – Lust”, DE-80333 München
Laetitia Ky, Fighter (Ausschnitt), 2023, C-Print auf Diasec-Plexiglass Satin
Courtesy LIS10 Gallery © Laetitia Ky

Ausstellung 20.03. bis 04.10.26

Haar – Macht – Lust

Kunsthalle München

Theatinerstraße 8
DE-80333 München
Ganzjährig:
tägl. 10-20 Uhr

Ob lang, kurz oder rasiert, glatt oder gelockt: Haare sind weit mehr als eine Frage des Stils. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, von Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Haare sind ein starkes Mittel des Ausdrucks – politisch, religiös, kulturell und persönlich. Mit ihnen bekennen wir Zugehörigkeit, gestalten Identität oder ziehen andere in unseren Bann. Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken. Und auch heute noch gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung und Zugehörigkeit.

Mittels Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur. Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.

Gleichzeitig zeigt der Rundgang, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Selbst die Haarstruktur – etwa bei Schwarzem Haar – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare abzuschneiden.

Die Ausstellung lädt zu einem anregenden, sinnlichen und überraschenden Streifzug durch drei Jahrtausende Kunst- und Kulturgeschichte der Haare ein. Rund 200 Exponate von der Antike bis zur Gegenwart zeigen, welche Wirkmacht das scheinbar Alltägliche entfalten kann. Vertreten sind neben Objekten aus Frühgeschichte und Mittelalter unter anderem Werke von: ▸Sandro Botticelli , Filippo Negroli, Giorgio Vasari, Bartolomé Esteban Murillo, Jacques-Louis David, Jean-Baptiste Carpeaux, John William Waterhouse, ▸Alfons Mucha, Albert Weisgerber, J.D.’Okhai Ojeikere, ▸Herlinde Koelbl, VALIE EXPORT, Pieter Hugo, Simone Haack und Laetitia Ky.

POI

Ausstellungsort

Kunst­halle München der Hypo-Kultur­stiftung

Regel­mäßige Aus­stellun­gen sowie direkte Förde­rung von Kunst­projek­ten.

Museum, Hannover

Landes­museum Han­nover

Schau­samm­lun­gen aller Ab­tei­lun­gen: Landes­galerie, Natur­kunde, Ur­ge­schichte und Völker­kunde.

Bis 27.9.2026, Bern

Das volle Leben

Die Aus­stellung vereint u.a. Altar­tafeln, opulente barocke Stillleben, re­präsen­ta­tive Porträts, die berühmte Andachts­tafel von Duccio di Buoninsegna sowie Arbeiten von Fra Angelico.

Museum, München

Resi­denz-Museum

Raum­kunst­museum. Silber- und Reli­quien­kammer, Por­zellane, Insig­nien, Gold­schmiede­kunst, Kunst­hand­werk.

Ab 25.6.2026, München

Laurie Simmons. Dollhouse Photo­graphs

Die Aus­stellung zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesell­schaft­liche Rollen­bilder der ameri­ka­nischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

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