Ausstellung 03.04.20 bis 01.02.21

Museum Lauriacum

Hercules im Kalkbrennofen

Massenproduktion und Müllentsorgung in Lauriacum

Enns, Museum Lauriacum: Neben zahllosen Kalksteinen, Glasscherben, Metallobjekten, Münzen und Tierknochen fanden sich in den 12 Kalkbrennöfen von Lauriacum/Enns auch Fragmente von Hercules-Statuetten und Weihinschriften an den Gott. Bis 1.2.21

Neben zahllosen Kalksteinen fanden sich in den 12 Kalkbrennöfen von Lauriacum/Enns, errichtet von Soldaten der hier stationierten 2. Italischen Legion, auch große Mengen an Bauschutt (darunter über 1000 Kilogramm Ziegelbruch) sowie Glas- und Keramikscherben, Metallobjekte und einige Münzen.

Zahlreiche Tierknochen sind einerseits als Speiseabfall zu interpretieren und geben damit einen Einblick zu Essgewohnheiten am Donaulimes. In Sachen Fleisch standen auf der römischen Speisekarte Rind und Schwein an erster Stelle, aber auch Schaf/Ziege, Geflügel und Fisch konnten nachgewiesen werden.

Andererseits belegen die Teilskelette von Maultieren/Pferden und Hunden auch die Kadaverentsorgung in dem ehemaligen Kalkbrennofen. Warum sogar vereinzelte von Tieren angenagte Menschenknochen in den Ofen gelangt sind, ist eines der ungelösten Rätsel.

Die interessanteste Fundgruppe stellen die „Römersteine” dar, die mit dem Hercules-Kult in Zusammenhang stehen. Es handelt sich dabei um Fragmente von Hercules-Statuetten und Weihinschriften an den Gott. Ein vollständig erhaltener Weihaltar wurde von Aelius Marcellus gestiftet. Er war immunis calcariensis - also militärischer Verwalter der Kalkbrennöfen von Lauriacum.

Wundermittel Kalk

Die berühmte römische Baukultur würde ohne Kalk nicht existieren. Es gäbe keine Bauten in Gussmörtel-Technik, dem für die Römer so typischen opus caementitium, keine Estrichböden und keine Fresken auf Wandverputz. Neben seiner Bedeutung als Baustoff wurde calx bereits in der Antike als Düngemittel, zur Desinfektion und Reinigung sowie als Bestandteil von medizinischen Produkten, Kosmetika und vielem mehr verwendet.

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