Ausstellung 19.12.20 bis 04.07.21

Museum Penzberg

Hinter Glas gemalt

Geheimnisse einer Technik

Penzberg, Museum Penzberg: Neben den „Blauen Reitern” versuchten sich weitaus mehr Künstler als gedacht in der rückwärtigen Bemalung einer gläsernen Tafel. Bis 4.7.21

Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte das Malen hinter Glas eine bedeutungsvolle Wiederentdeckung: Maler wie Wassily Kandinsky, Heinrich Campendonk, Lily Hildebrandt, Oskar Schlemmer oder Walter Dexel experimentierten mit der Technik. Der geheimnisvolle Glanz und die farbintensive Leuchtkraft einer Hinterglasmalerei faszinieren Künstler bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung ermöglicht erstmals aufgrund neuer Erkenntnisse in Maltechnik und Materialanalyse einen Blick auf, hinter und in das Hinterglasbild - und geht gemeinsam mit dem Betrachter den Rätseln der facettenreichen Technik auf die Spur.

Über dreieinhalb Jahre leitete das Museum Penzberg das Forschungsprojekt "Hinterglasmalerei als Technik der Klassischen Moderne 1905-1955”, welches von der VolkswagenStiftung gefördert wurde. Kunsthistorikerinnen, eine Restauratorin und Chemiker erfassten über 1200 Werke und untersuchten 66 Hinterglasbilder im Detail.

Neben den „Blauen Reitern” versuchten sich weitaus mehr Künstler als gedacht in der rückwärtigen Bemalung einer gläsernen Tafel. Die technische Vielfalt offenbaren Hinterglaswerke von Nell Walden, Erich Buchholz oder HAP Grieshaber. Oftmals kombinierten sie traditionelle Praktiken mit modernen Materialien. Daher werden in der Ausstellung historische Vorläufer aus Europa und China modernen und zeitgenössischen Arbeiten gegenübergestellt. Werke von Thilo Westermann, Jochem Poensgen und Emil Schult veranschaulichen die Bedeutsamkeit für die Gegenwart.

Grundsätzlich blieb die Herstellung eines seitenverkehrt angelegten Bildes über Jahrhunderte hinweg gleich. Geändert haben sich jedoch Motive, technische Experimente und Malmaterialien. Hierfür identifizierte die Materialanalyse die jeweiligen Farb- und Bindemittel. Die Kunsttechnologie ging den charakteristischen Spuren einer Künstlerhandschrift nach.

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