Museum

Industrie- und Filmmuseum Wolfen

Bitterfeld-Wolfen: Ehemaliges Produktionsgebäude der Filmfabrik Wolfen (errichtet 1909). Produktion von Kine- und Fotofilm mit Maschinen (z.B. Begießmaschinen, Perforiermaschinen), die aus den 20er bis 80er Jahren stammen und zum größten Teil in der Filmfabrik selbst konstruiert wurden.

In dem heutigen Gebäude des Industrie- und Filmmuseums Wolfen wurde Fotografie- und Filmgeschichte geschrieben: Die Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation (AGFA), seit 1873 unter dieser Bezeichnung in Berlin künstliche Farben und ab 1887 Fotochemikalien produzierend, errichtete im Jahre 1909 den noch heute teilweise erhaltenen Gebäudekomplex.

Ursprünglich als reine Kinofilmproduktionsstätte geplant, erweiterte sich die Produktionspalette auf Foto-, Röntgen-, Flieger- bis hin zu Schmalfilm. An der zu besichtigenden Begießmaschine gossen die Filmwerker 1936 den ersten universell einsetzbaren Mehrschichtenfarbfilm der Welt: den AgfacolorNeu-Film.

Erster Farbfilm

Im Jahre 1941 gelangte der erste Farbfilm aus Wolfener Material in Deutschlands Kinos zur Aufführung - der Streifen "Frauen sind doch bessere Diplomaten" mit Marika Rökk und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Weitere, auf AGFA-Rohfilmmaterial gedrehte Filme, wie z.B. "Münchhausen" mit Hans Albers, folgten. Seit 1964 wurden die fotografischen Aufnahmematerialien unter den Namen ORWO (ORiginal WOlfen) vertrieben.

War es zu Produktionszeiten Betriebsfremden nicht erlaubt, das einst zweitgrößte Filmwerk der Welt zu betreten, können die Besucher sich nun in einem ehemaligen Produktionsgebäude in die Geheimnisse der Filmherstellung einweihen lassen.

Herstellung des Filmmaterials

Das 1993 eröffnete Industrie- und Filmmuseum Wolfen zeigt anhand originaler Produktionsmaschinen, wie aufwendig es gewesen ist, diese Filme herzustellen. Viele Produktionsschritte fanden auch unter Dunkelkammerbedingungen und bei sehr niedrigen Temperaturen statt. Auch die originale Produktionsmaschine des ersten Mehrschichtenfarbfilms kann im Rahmen eines Museumsrundganges bestaunt werden.

Über 800 Fotoapparate

Ein Höhepunkt für Freunde der Fotografie ist die "Schatzkammer" des Museums: Die mit über 800 Fotoapparaten größte öffentlich zugängliche Sammlung Sachsen-Anhalts zeigt einen Querschnitt vorwiegend deutscher Kameraproduktion.

Zahlreiche Sonderausstellungen, v.a. Fotoausstellungen, sowie eine Exposition zur Industriegeschichte der Region Bitterfeld-Wolfen runden das Angebot ab.

Führungen durch die Ausstellung Filmherstellung finden um 10, 12 und 14 Uhr statt.

Industrie- und Filmmuseum Wolfen ist bei:
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Fotografiemuseen (technisch)

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