Ausstellung 10.07.25 bis 01.02.26
Der Kupferstecher Johann Philipp Thelott (1639-1671) entstammte einer niederländischen Familie, die in den 1560er Jahren nach Frankfurt flüchtete und später in Augsburg ansässig wurde. Nach seiner Ausbildung suchte Thelott sein Glück in Frankfurt, wo er sich schnell ein internationales Netzwerk aus Buchhändlern, Verlegern und Druckern aufbaute und zu einer zentralen Figur des Buch- und Verlagswesens wurde. Hierüber baute er auch enge Geschäftsbeziehungen mit der Hanauer Grafenfamilie und hiesigen Druckern auf.
Sein Lebensweg spiegelt die Migrationsgeschichte vieler Neubürger wider, die seit der Gründung der Hanauer Neustadt 1597 aus Westeuropa nach Hanau kamen und dort Handel und Gewerbe betrieben. Wie diese verstand Thelott es, sprachliche, religiöse und politische Grenzen zu überwinden und Verbindungen aufzubauen, die ihn auch mit Hanau eng verbanden.
Die Ausstellung zeigt zahlreiche Porträtstiche, Frontispize und Kupfertitel aus Thelotts Werk. Besonders hervorzuheben sind zwei Kupferstiche mit direktem Bezug zu Hanau und zu Graf Friedrich Casimir (1623-1685): ein Kupferstich dokumentiert den Einzug des Grafen 1667 nach Hanau, ein weiterer illustriert dessen koloniale Pläne in Südamerika von 1669. Für die Präsentation in Hanau wurde die Wanderausstellung des Hessischen Instituts für Landesgeschichte um Hanauer Bestände, wie Portraits der Grafenfamilie, in Hanau im 17. Jahrhundert gedruckte Werke und kontextualisierende Texte erweitert. Hierzu zählt auch die 1669 bei Stock in Hanau gedruckte Briefsammlung des niederländischen Lehrers und Theologen Jacobus Crucius mit einem Kupfertitel von Thelott.
Als Highlight präsentiert die Ausstellung das durch Zufall entdeckte Arbeitsbuch Thelotts, das als Zunftbuch der Bäcker im Stadtarchiv Grünberg erhalten blieb. Dieses einzigartige Dokument gibt seltene Einblicke in Netzwerke und Auftraggeber von Kupferstecher.
Ausstellungsort
Hanauer Stadtgeschichte, Alltagsleben, Hanauer Fayencen, Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, Brüder Grimm-Sammlung, Hanau im Vormärz und und in der Revolution 1848/49, Hanauer Kunst vom 15. bis 20. Jahrhundert, Kunsthandwerk.
Bis 26.4.2026, im Haus
Zum 200. Geburtstag blickt die Werkschau auf Cornicelius Leben und Wirken und bietet Gelegenheit zur Neuentdeckung seiner Vielseitigkeit.
Im gleichen Haus
Über zwanzig komplette Papiertheater und Figuren. Ganzjährig bespielte Papiertheaterbühne.
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Eines der schönsten Fachwerkgebäude Deutschlands. Nationale und internationale Ausstellungsstätte für Edelmetallkunst und verwandte Bereiche. Schmuckhandwerk und Schmuckindustrie, historische Goldschmiedewerkstatt.
Museum, Hanau
Fühlkästen, Rindenstücke zur Baumbestimmung, Aroma-Ecke mit Düften des Waldes. Waldarbeit in der Vergangenheit. Historische Berufe wie Köhler, Flößer, Glasmacher, Aschesieder und natürlich auch Förster.
Museum, Hanau
Entwicklung der europäischen Spielpuppe von der Antike bis in die Gegenwart auf rund 750 qm.