Ausstellung 06.02. bis 28.11.26
Die Epoche des ▸Jugendstils war durch eine unbändige Experimentierfreude gekennzeichnet: verschiedenste gestalterische Ausdrucksweisen traten nebeneinander auf. Je nach Temperament der Künstler entstanden äußerst eigenwillige und divergierende Formen. Die einen bevorzugten das Florale, andere arbeiteten eher geometrisierend. Hinzu kamen abweichende nationale und regionale Ausprägungen.
Dies hatte zur Folge, dass sich keine homogene Formensprache des Jugendstils herausbildete. Die Vielfalt wurde zum gemeinsamen Nenner. Die Ausstellung widmet sich diesen unterschiedlichen Ausprägungen der keramischen Kunst des Jugendstils in den jeweiligen Ländern.
Die Begriffe „Raumkunst”, „Gesamtkunstwerk” und „Universalkünstler” sind typisch für die Ära des Jugendstils. Die in der Ausstellung berücksichtigten Künstler wie Émile Gallé, Henry van de Velde, Richard Riemerschmid, Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich oder Max Laeuger waren „Alleskünstler”: sie wagten sich über ihre ursprüngliche Ausbildung hinaus aus der Komfortzone in neue künstlerische Gebiete. So widmeten sich beispielsweise Maler der Architektur oder dem Kunsthandwerk, während Architekten begannen zu töpfern oder zu malen.
Der Jugendstil verstand sich als eine Reformbewegung, die alle Bereiche des modernen Lebens umfasste. Das gesamte Wohn- und Lebensumfeld des Menschen inklusive der praktischen Dinge des alltäglichen Gebrauchs sollte sich der neuen künstlerischen Durchgestaltung und dem zeitgemäßen Stil anpassen – einschließlich Architektur, Stuck, Glasfenstern, Tapeten, Vorhängen, Möbeln, Besteck bis hin zu Geschirr und keramischen Erzeugnissen. Peter Behrens brachte diese Auffassung treffend auf den Punkt: „Stil ist das Symbol des Gesamtempfindens, der ganzen Lebensauffassung einer Zeit, und zeigt sich nur im Universum aller Künste.”
Die Ausstellung ist eine Einladung, die spannende Welt des Jugendstils neu zu entdecken.
Ausstellungsort
Vollständig eingerichtete Werkstatt des Töpfermeisters Josef Maier, der hier von 1898 bis in die 1940er Jahre tätig war. Töpfertradition am Oberrhein, alltägliche Arbeitsabläufe eines Töpfers. Arbeiten des Kunstkeramikers Egon Bregge.
Haupthaus, Karlsruhe
Ur- und Frühgeschichte, antike Kulturen des Mittelmeerraumes, nachchristliche Kunst, Kultur und Landesgeschichte bis zur Gegenwart.
Museum, Krefeld
Imposantes Gebäude im eklektischen Stilpluralismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Moderne und zeitgenössische Kunst (Slg. der Kunstmuseen Krefeld).
Museum, Dormagen
Ehemalige Burg als Teil des historischen Ensembles. Archäologie der Burg Friedestrom, Zinn des Jugendstils, textile Kunst Helmut Hahns. Wechselnde Ausstellungen zu Themen der Angewandten Kunst.
Museum, Darmstadt
Museum im Ernst-Ludwig-Haus, dem ehemaligen Atelier-Gebäude der Darmstädter Künstlerkolonie. Überblick über die Arbeiten der Künstler, die von 1899 bis zu Beginn des ersten Weltkrieges Mitglieder der Künstlergemeinschaft auf der Mathildenhöhe waren.
Bis 26.7.2026, Freising
Die große Ausstellung zeigt die künstlerischen Entwicklungen im München des 19. Jahrhunderts und deren Einfluss auf die religiöse Malerei am Vorabend der Moderne.