Exponat
Der 19. Oktober des Jahres 1856 war sicher einer der besonderen Tage im Leben des Johann Georg Ramsauer. Der Kaiser persönlich besuchte zum zweiten Male sein Grabungen. Begleitet wurde er von seiner Gattin Elisabeth, seinem Bruder Ferdinand Maximilian, den Geschwistern der Kaiserin Helena, Carl Theodor, Marie und Mathilde, sowie „großer Suite”, wie Ramsauer stolz vermerkt.
In Anwesenheit der Gäste wurden die Gräber 504, 505 und 507 freigelegt, die reichsten Bestattungen des ganzen Friedhofes. Aufgrund der Erfahrung von zehn Grabungsjahren hat Ramsauer die Gräber sicherlich frühzeitig erkannt und ihre Freilegung für den hohen Besuch aufgespart.
Besonders Grab 507 sprengt den Rahmen des üblichen und ist von herausragender Bedeutung. Ramsauer beschreibt eine Brandbestattung in einer auf festen Schotter gebetteten Tonwanne von 12 Fuß Länge und 9 Fuß Breite, 6 Fuß tief in der Erde. Die Bestattung war mit einem Steingewölbe sorgfalltig überlagert und enthielt reiche Beigaben. Unter diesen befanden sich auch Achsnägel, wie sie damals durch die vorstehenden Enden der Achsen vierrädriger Wagen gesteckt wurden, um das von der Achse Laufen des Rades zu verhindern.
Obwohl die Verwendung eines solchen Gefährtes in der unmittelbaren Umgebung wegen der Steilheit des Geländes undenkbar ist, wurden dem Verstorbenen wenigstens die Achsnägel als pars pro toto, als Teil fürs Ganze, mitgegeben. Offensichtlich ist ihm standesmäßig eine solche prunkvolle Wagenbestattung zugestanden, wie sie im umliegenden Flachland für Personen von Rang üblich war.
Im süddeutschen Raum wird wegen dieser reich ausgestatteten Wagengräber unter riesigen Erdhügeln von einem Fürstengräberkreis der Älteren Eisenzeit gesprochen. Es handelt sich also bei dem Verstorbenen um einen Mann, der im 8 Jh.v.Chr. für Hallstatt von großer Bedeutung gewesen sein muss. Wenn die Ergebnisse der jüngsten Analyse der Beigaben durch F.R. Hodson aus dem Jahre 1990 zutreffend sind, so wurde im gleichen Grab auch eine Frau von Rang beigesetzt. Zumindest legt eine deutlich weibliche Komponente unter den Beigaben diesen Schluss nahe.
Standort
Funde aus der älteren Eisenzeit, einer Kulturepoche, die nach diesem Ort benannt wurde: die Hallstattzeit. 7000 Jahre Geschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart.
Bergwerk, Hallstatt
Gräberfeld von Hallstatt. Fundstelle des legendären „Mannes im Salz”. Bergmannsrutschen, der mystische Salzsee, Fahrt mit der Grubenbahn.
Museum, Bad Goisern
Ehemaliges Auszugshaus der Goiserer Mühle im Stil der sogenannten Sommerfrischenzeit. Örtliche Volkskultur, Erzeugung der berühmten Bergschuhe, der Goiserer Geigen. Der Bauernphilosoph Konrad Deubler. Geschichte und Kultur der nach Siebenbürgen Ausgewanderten.
Museum, Bad Aussee
Archäologie, Geschichte, Handwerk und Gewerbe, Industrie u. Technik, kulturkundliche Sammlung, Volksmusik, Brauchtum, Kunst, Naturkunde, Fossilien, Höhlenkunde, Anna Plochl und Erzherzog Johann.
Museum, Altaussee
Historische Exponate, Text- und Bildmaterial. Lebensspuren prominenter Literaten und Künstler, die im Ausseeland gewirkt haben oder noch wirken. Literaturgarten.