Ausstellung 14.05. bis 04.09.22

Städtische Wessenberg-Galerie

Zeit-Bilder

Kunst in Konstanz 1945 bis 1965

Konstanz, Städtische Wessenberg-Galerie: Die Menschen ersehnten die Rückkehr zur Normalität, doch die vielbeschworene „Stunde Null” ist ein Mythos. Die Sommerausstellung beleuchtet das Kunstschaffen in Konstanz in den Jahren 1945 bis 1965 und ordnet es vor dem historischen Hintergrund ein. Bis 4.9.22

Die beiden ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Deutschland von vielfältigen Um- und Aufbrüchen geprägt. Im Mai 1945 hatte das nationalsozialistische Regime kapitulieren müssen, weite Teile des Landes waren verwüstet, die Infrastruktur zerstört, und die alliierten Besatzungsmächte hatten die Kontrolle übernommen. Die Menschen ersehnten die Rückkehr zur Normalität, doch die vielbeschworene „Stunde Null” ist ein Mythos, denn das fatale Erbe des Faschismus sollte – nicht nur unterschwellig – weiterwirken.

Konstanz war im Krieg von Zerstörungen verschont geblieben, hatte aber zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen müssen, und die Grenze zur Schweiz war geschlossen. Unter den französischen Besatzern kehrten jedoch Kunst und Kultur bald zurück. Bereits an Pfingsten 1946 fand mit den Konstanzer Kunstwochen das erste „Kulturfestival” im Nachkriegsdeutschland statt. Die einheimischen Maler engagierten sich bei der 1948 wieder aufgenommenen Fasnacht, beteiligten sich seit den 1950er-Jahren an Kunst-am-Bau-Projekten, profitierten als Plakatgestalter vom Wiederaufkommen des Tourismus und betätigten sich als Designer von Stoffen und Mosaiktischen.

Das alles vollzog sich vor dem Hintergrund einer weltpolitisch aufgeheizten Stimmung, in der der „Kalte Krieg” die Kunst erneut ideologisch zu vereinnahmen suchte.

Die Sommerausstellung beleuchtet das Kunstschaffen in Konstanz in den Jahren 1945 bis 1965 und ordnet es vor dem historischen Hintergrund ein. Man begegnet den Werken bekannter Künstler wie Otto Adam, Hans Breinlinger, Sepp Biehler, Peter Diederichs, Karl Einhart, Elisabeth Mühlenweg und Hans Sauerbruch, aber auch zahlreiche heute eher weniger geläufige oder vergessene Maler und Kunsthandwerker wie Paul Dietrich, Annelies Schwan-Güllering, Wolfgang Schmidt-Ernst, Anneliese Stiegeler oder Barbara Weyl sind zu entdecken.

Eine Zeitung zum Mitnehmen dokumentiert das Konstanzer Kunstgeschehen vor den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen dieser wechselhaften Zeit.

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