Ausstellung 13.03. bis 12.07.26
Ausgehend von unterschiedlichen Orten in Nordrhein-Westfalen kommen in der Ausstellung am Beispiel von 14 Positionen wesentliche Aspekte der Gegenwart zur Betrachtung. Ein starker Fokus liegt dabei auf dem urbanen Raum, auf industriellen Strukturen sowie auf den vielgestaltigen Facetten der Gesellschaft und dem sozialen Miteinander. Reflektiert wird auch der zeitaktuelle Umgang mit Hinterlassenschaften der Vergangenheit, mit einem Ausblick in zukünftige Zusammenhänge. Einbezogen sind dabei Künstler mehrerer Generationen, ansässig in NRW, auch teils mit Biographien, die in internationale Herkunftsländer verweisen. Ihre photographischen Werkreihen, entstanden zwischen den 1990er Jahren und 2024, präsentieren sie sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß, auch filmische Arbeiten sind einbezogen.
Speziell mit dem Kölner Stadtraum setzen sich Boris Becker, Frank Dömer und Gerhard Winkler auseinander. So heben Beckers großformatige Farbphotographien einzelner Architekturen und technischer Konstruktionen die Form- und Farbqualität der Alltagsbauten hervor; Frank Dömer betrachtet urbane Strukturen in ihrer Vielfalt und im Aufeinandertreffen von Ordnung und Unordnung; Gerhard Winklers handkolorierte Aufnahmen alltäglicher Situationen entwickeln eine eigenwillige transformatorische Ästhetik. In den „Bauch der Stadt” taucht Almourad Aldeeb mit seinem Film ein, der die Betrachterinnen und Betrachter am Marktgeschehen auf dem Kölner Wilhelmplatz teilhaben lässt. Auch Jeffreys Ladds Schwarz-Weiß-Photographien widmen sich dem hiesigen städtischen Raum, führen aber auch in die Peripherie und landschaftliche Bereiche.
Mit Landschaft als Ort kollektiver Erinnerung beschäftigt sich Kathrin Esser; ein Aspekt, der in der Dokumentation der „Aurora-Mühle” in Köln von Paul Avis ebenfalls eine Rolle spielt. Damit ist der für NRW zentrale Bereich der Industrie angesprochen, den Claudia Fährenkemper und Gregor Schneider am Beispiel des Braunkohletagebaus reflektieren. Während Fährenkemper die kolossalen Schaufelradbagger landschaftlich eingebettet am Ort des Geschehens in Schwarz-Weiß-Photographien dokumentiert, visualisiert Schneider in zwei Filmen und einer farbphotographischen Serie, welche architektonischen und landschaftlichen Formen aus den enormen räumlichen Umwälzungen des Tagebaus resultieren.
Das menschliche Portrait im Zusammenspiel mit dem umgebenden Raum ist in den Photographien, die Emine Ercihan von sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern der ersten Generation in ihren privaten Wohnräumen erstellt hat, eine bedeutende Komponente. Ein Stück bundesdeutsche Wirtschaftsgeschichte klingt hier an. Auch Katharina Kemme bezieht in ihrer Portraitserie über die Nachbarschaft in einem Essener Wohnblock den Innenraum als Lebenselement ein. Mit dem öffentlichen Raum am Beispiel eines städtischen Parks und seinen Besuchern, setzt sich Philip Zietmann auseinander. Melina Lehmacher portraitiert junge Frauen in der Lebensphase vor der beruflichen Entscheidung in ihrem Lebensumfeld. Portraits von Personen unterschiedlichen Alters und Zugehörigkeiten aus seinem persönlichen Umfeld hat Alexander Lackmann umgesetzt.
Liegt der Schwerpunkt der Ausstellung zwar auf dem Regionalen, so sind doch Verweise auf darüber hinaus gehende Zusammenhänge vielschichtig wahrnehmbar und nicht nur in der Gegenwart zentrale Parameter. Deutlich wird: Identität, sei es die einer Region oder einer Person, formiert sich stets aus zahlreichen Faktoren und ist so individuell, variabel wie auch zeitgebunden. Und nicht zuletzt sind es die Menschen und ihre Bedürfnisse, die einen Subtext in den angesprochenen Themenfeldern bilden und in unterschiedlicher Manier veranschaulicht werden.
Ausstellungsort
Im gleichen Haus
Bis 26.4.2026, Köln
Die exklusiv für das MAKK konzipierte Ausstellung richtet den Fokus bewusst auf weibliche Positionen.
Bis 22.3.2026, Köln
Für den Einzug des Lächelns in die Porträts des 20. Jahrhunderts spielte die Entwicklung des Stummfilms eine bedeutende Rolle. Die Mimik war es, über die Regungen erzählt wurden.
Bis 10.5.2026, Köln
Die vermeintlich unberührte Natur in den bunten Bildern war Lebens- und Kulturraum der indigenen Bevölkerung, lange bevor weiße Menschen sie touristisch erschlossen und besiedelten.
Ab 14.3.2026, Köln
Im Zentrum von Kusamas Werk stehen die Natur in ihrem ständigen Wandel, Werden und Vergehen sowie die Unendlichkeit des Universums.
Ab 27.3.2026, Köln