Beitrag v.
26.9.2022
Tuscher, frühes Selbstporträt zu „Markus Tuscher. Meister des Barock”, DE-90562 Heroldsberg
Markus Tuscher, frühes Selbstporträt (Ausschnitt), 1731
© Ashmolean Museum, Oxford
Tuscher, Selbstporträt zu „Markus Tuscher. Meister des Barock”, DE-90562 Heroldsberg
Markus Tuscher, Selbstporträt (Ausschnitt), Kreidezeichnung, um 1743
© Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
Markus Tuscher, Diana zu „Markus Tuscher. Meister des Barock”, DE-90562 Heroldsberg
Markus Tuscher, Diana Göttin der Jagd (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, 1737
Rotes Schloss Heroldsberg Foto: Anke Lorenz
Markus Tuscher, Einzug Franz III. zu „Markus Tuscher. Meister des Barock”, DE-90562 Heroldsberg
Markus Tuscher, Einzug von Franz III. von Lothringen und Maria Theresia in Florenz, Radierung, 1743
Alice Mørkvig-Hansen, Nysted, Dänemark, Foto: Alice Mørkvig-Hansen

Ausstellung 13.10.22 bis 07.05.23

Markus Tuscher. Meister des Barock

Von Nürnberg über Italien und England nach Kopenhagen

Weißes Schloss Heroldsberg

Kirchenweg 4
DE-90562 Heroldsberg
Ganzjährig:
Mi 10-13 Uhr
Fr-So 15-18 Uhr

Markus Tuschers (1705-1751) Lebensgeschichte liest sich wie ein spannender Roman. Sie beginnt als Kleinkind im Findel- und Waisenhaus Nürnbergs und endet am königlichen Hof in Kopenhagen.

Der ausschlaggebende Faktor dieser Entwicklung war die Förderung durch Carl Benedict Geuder von Heroldsberg, der das künstlerische Talent des jungen Tuschers erkannte und ihm eine Ausbildung in der Zeichenschule des Johann Daniel Preißler (1666-1737) in Nürnberg ermöglichte. In dieser Zeit entstanden mehrere Serien von Zeichnungen, die u.a. mythologische Themen und das Nürnberger Findelhaus zeigen. Die herausragende Qualität seiner Arbeiten brachte Markus Tuscher ein Stipendium des Nürnberger Rats ein.

Tuscher reiste 1728 nach Italien, wo er sich in der Künstlermetropole Rom niederließ. In seiner Italienzeit schuf er unter anderem für den Kunst- und Antikensammler Baron Philipp v. Stosch (1691-1757) zahlreiche Auftragsarbeiten und besuchte die Städte Neapel, Florenz und Livorno, wo er einige Jahre lebte. Hier lernte er den dänischen Kapitän Frederik Ludvig Norden (1708-1742) kennen, der ihm das Tor zum dänischen Königshof öffnen sollte. Tuscher verließ Italien und erreichte über Nürnberg und Amsterdam die Metropole London, wo er bis 1743 lebte und arbeitete. Hier entstanden Ölgemälde und die großformatige Radierung „Einzug von Franz III. von Lothringen und Maria Theresia in Florenz”, die zu Tuschers wichtigsten Arbeiten zählt.

Die Einladung an den Hof des dänischen Königs Christian VI. (1699-1746) beschloss Tuschers letzte Lebensstation. Hier erarbeitete er die Kupferstiche für die berühmte Publikation „Voyage d’Egypte et Nubie” (publiziert im Jahr 1755), die die Ägypten- und Nubienreise von Frederik Ludvig Norden illustrieren. In Kopenhagen entstand auch eine Reihe von großformatigen Gemälden, die Tuscher für das dänische Königshaus schuf. Sie wurden unglücklicherweise durch den Brand des Schloss Christiansborg im Jahr 1794 zerstört.

Geschenk für den Förderer

Die Sonderausstellung präsentiert neben Leihgaben aus Dänemark und Nürnberg eine herausragende Auswahl an großformatigen Gemälden, die sich im Roten Schloss Heroldsberg befinden. Denn als Markus Tuscher von Italien nach London reiste, besuchte er 1741 seinen Förderer Carl Benedict Geuder von Heroldsberg, dem er eine Darstellung der Göttin Diana aus dem Jahr 1737 mitbrachte. Sie wird in der Ausstellung im Weißen Schloss Heroldsberg zum ersten Mal seit sechzig Jahren wieder der Öffentlichkeit präsentiert.

Neben diesem hochkarätigen Barockgemälde sammelte Carl Benedict, der Reichsschultheiß und Vorderster Losunger der Stadt Nürnberg war, zahlreiche Kunstwerke. Seine Sammlung umfasst unter anderem Werke der Barockkünstler Johann Kupetzky (1667-1740) und Johann Martin Schuster (1667-1738). Sie werden neben Druckgrafiken in der Ausstellung gezeigt und vermitteln einen Eindruck der künstlerisch hochwertigen Kunstproduktion im Nürnberg der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Abgerundet wird die Barockschau mit Goldschmiedearbeiten der Fürther Künstlerin Fatma Yavuz, die einen zeitgenössischen Blick auf die Barockzeit präsentiert.

Text: Alexander Racz

POI

Ausstellungsort

Weißes Schloss Herolds­berg

Feste und wech­seln­de Aus­stel­lun­gen mit Kunst­wer­ken aus sie­ben Jahr­hun­der­ten. Orts­ge­schich­te, Werke des frän­ki­schen Künst­lers Fritz Grie­bel, Wirken der Nürn­berger Patri­zier­familie Geuder. Ver­ei­nigte Papier­werke (Er­fin­der des Tempo-Taschen­tuchs).

Bis 21.4.2024, im Haus

10 im Schloss

Die Band­breite der ersten Ausstellung der Reihe „10 im Schloss” reicht von Foto­grafien über Malerei und Grafik bis hin zur Bild­hauerei und Kunst am Bau.

Bis 30.4.2024, Nürnberg

Spielzeug und Rassismus

Kann Spielzeug rassistisch sein? Woran erkennt man Rassismus bei Spielsachen? Und wie begegnet man dieser Problematik im Alltag und im Museum?

Bis 22.9.2024, Nürnberg

Meta­verse: Phäno­menal Digital?

Die Aus­stel­lung zeigt soziale, wirt­schaft­liche und recht­liche Phäno­mene, wie wir sie heute schon in „proto­typi­schen Meta­versen” wie De­centra­land, Second Life oder VR Chat vorfinden, und be­leuch­tet die posi­tiven und nega­tiven Ent­wick­lungen.

Bis 1.9.2024, Nürnberg

Dürer under your skin: Tattoo art

Die prä­sen­tierte Auswahl zeigt die moti­vi­sche Band­breite der Tattoos, die sich über­wiegend am druck­grafi­schen und zeich­ne­ri­schen Werk Dürers orien­tieren.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
Pressemitteilungen willkommen
#3100199 © Webmuseen Verlag