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23.4.2024
Mozart bei Tisch zu „Mozart bei Tisch”, AT-1010 Wien
Mozart vergißt aufs Essen zu „Mozart bei Tisch”, AT-1010 Wien
Wolfgang, Amadeus Mozart, Silberstiftzeichnung von Doris Stock, Dresden, 1789
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Reproduktion

Ausstellung 23.04.24 bis 11.01.26

Mozart bei Tisch

Mozarthaus Vienna

Domgasse 5
AT-1010 Wien
Ganzjährig:
tägl. 10-18 (17.30) Uhr

Mozart gibt Essen und Trinken in seinen Kompositionen, vor allem in den Opern, detailreich Platz, beschreibt in seinen Briefen Essenserfahrungen und sieht in Essen wie Trinken keineswegs nur Nahrungsaufnahme, sondern auch ein kulturelles wie soziales Erlebnis.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in Mozarts sehr menschliche Lebenswelten, in das Essen und Trinken, sowie in deren Zusammenhang mit seinem künstlerischen Schaffen.

Als Künstler ist Mozart oft zum Essen eingeladen: in kaiserlichem, fürstlichem, adeligem, groß- und kleinbürgerlichem Ambiente, daheim wie auf Reisen. Er isst nicht immer großartig, auf Reisen manchmal sogar erbärmlich. Er isst zuhause, hat dafür Personal, im Familienkreis wie mit Gästen. Er besucht Wirtshäuser und Restaurants aller Klassen, um dort zu essen, sich zu unterhalten, zu spielen und komponiert dort auch, sogar für Wirtshausmusikanten. Will er seine kompositorische Arbeit in seiner Wohnung nicht unterbrechen und ist er allein zuhause, lässt er sich Essen aus Restaurants bringen. Oft sind Säle von Gaststätten seine Auftrittsorte als Pianist wie Komponist – auf Reisen wie in Wien.

Die Ausstellung stützt sich streng auf Fakten und Dokumente, hauptsächlich Briefe und Musikalien. Legenden, wie angeblich von Mozart frequentierte Lokale oder angebliche Lieblingsspeisen, finden keinen Platz. Was wir über und von Mozarts Tischerlebnisse, Ess- und Trinkgewohnheiten wissen, wird zu vergleichbaren zeitgenössischen Bild- und Textquellen in Beziehung gebracht, um für den Besucher ein lebendiges Bild entstehen zu lassen und Mozart als Kind seiner Zeit erkennbar zu machen.

Mozart in der Pastete

Mozart war als Kind nicht nur als Zuschauer bei höfischen Festtafeln, er wurde sogar selbst zum dekorativen Bestandteil eines kunstvoll inszenierten Banketts. Die Festtafel des 18. Jahrhunderts glich mit den zahllosen prunkvollen Tafelaufsätzen einer Bühne, auf der die erlesensten Speisen in mannigfachen Arrangements in Szene gesetzt wurden. Dazu zählten auch Pastetenhäuser, in denen sich verschiedene Überraschungen verbargen, die beim Anschneiden sichtbar wurden: so spielte der kleine Wolfgang im Alter von sechs Jahren auf einem kleinen Violoncello, mit dem er „unter jener großen Pastete saß, welche der Fürsterzbischof hatte über ihn hatte machen lassen und unter welcher er versteckt auf die Tafel gebracht wurde”, so berichtet der Cellist und spätere Hofmusiker Ignaz Sigl.

Mozart vergißt aufs Essen

Mozart besuchte im April 1789 in Dresden das Haus des Kupferstechers Christian Gottfried Körner, dessen Tochter Doris Stock nicht nur die Silberstiftzeichnung des Komponisten anfertigte, sondern später auch über seine Einladungen zum Essen berichtete: „Gewöhnlich kam er kurz vor Tische, und setzte sich ... an das Klavier, um zu phantasieren. Im Nebenzimmer wurde inzwischen der Tisch gedeckt, die Suppe aufgetragen ... Aber wer mochte sich entfernen, wenn Mozart phantasierte! Man ließ die Suppe kalt werden und den Braten verbrennen, um nur immerfort den Zauberklängen zuzuhören, die der Meister völlig in sich versunken und unempfindlich für die Außenwelt, dem Instrumente entlockte. Doch wird man auch des höchsten Genusses am Ende überdrüssig, wenn der Magen seine Forderungen geltend macht. ... Mozart, sagte Doris, indem sie ihren schneeweißen Arm sanft auf seine Schultern legte, Mozart, wir gehen zu Tische, wollen Sie mit uns essen? Küß’ die Hand, Gnädigste, ich werde gleich kommen! Aber wer nicht kam war Mozart; er spielte ungestört fort. So hatten wir denn oft ... bei unserm Essen die ausgesuchteste Mozartsche Tafelmusik, und fanden ihn nach Tische noch am Instrumente sitzen.

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Ausstellungsort

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