Ausstellung 05.04. bis 25.09.22

Stadtmuseum Münster

Münster 1570

Geschichte und Geschichten aus der Hauptstadt Westfalens

Münster (Westfalen), Stadtmuseum Münster: Zur Ausstellung kommt der einzige noch erhaltene Druck des Kupferstiches von Remigius Hogenberg zurück nach Münster. Bis 25.9.22

Im Jahr 1570 hatte Münster eigene Münzen und zwei Bürgermeister. Zahlreiche Künstler waren hier tätig, Karneval wurde ausschweifend gefeiert.

Auch der niederländische Kupferstecher Remigius Hogenberg befasste sich seinerzeit mit der Hauptstadt Westfalens: Er stellte einen Kupferstich her, der die Stadtansicht Münsters zeigt. Und er übergab dem Rat am 26. Mai 1570 einen Abzug des gerade fertiggestellten Werkes. Zur Ausstellung kommt der einzige noch erhaltene Druck dieses Kupferstiches, der in der British Library in London aufbewahrt wird, nun zurück nach Münster.

Damals war Hermann tom Ring ein viel beauftragter Maler: er hatte auch die Vorlage für Hogenbergs Kupferstich gezeichnet. Der Stadtrat fühlte sich durch seine detaillierte Ansicht der westfälischen Metropole und die lobenden Texte geschmeichelt und honorierte diese Gabe mit einem großzügigen Geldgeschenk.

Die sehr detailreiche Ansicht der Stadt Münster und ihrer Verteidigungsanlagen sowie das anschaulich dargestellte Leben und Treiben der Bewohner außerhalb der Stadtbefestigung bilden die Grundlage für eine interessante Spurensuche zu bekannten und unbekannten Geschichten in jenem Jahr: was passierte 1570 in Münster, was in Europa? Wie sah es in Münster zu jener Zeit aus? Wann fanden Send und Ratswahl statt, und wer wurde gewählt? Wer war Bischof, wer die beiden Bürgermeister? Was bewegte die Menschen, und mit welchem Geld wurde damals bezahlt?

Ergänzend zeigt das Museum die mehr als 400 Jahre lang verschollene Originalhandschrift von Hermann Kerssenbroick, damals Leiter der münsterschen Domschule. Auch er hat die „Hauptstadt Westphalens” lebendig porträtiert: in dem von 1566 bis 1573 entstandenen Manuskript schildert Kerssenbroick zum einen rückblickend die Geschichte der (Wieder)-Täufer in Münster in den Jahren 1533 bis 1535, beschreibt aber auch als Zeitzeuge sehr ausführlich Münster sowie den Alltag der Einwohnerinnen und Einwohner zu seiner Zeit. Er berichtet darüber, wann der Wochenmarkt stattfand, wie ausschweifend die Münsteraner Karneval feierten und warum regelmäßig ein großes rotes Tuch an einem der Domtürme aufgehängt wurde. Manches kommt auch heute vertraut vor, anderes verwundert oder lässt einen schmunzeln.

Münster hatte sich nach den Zerstörungen während der Täuferzeit zu einer florierenden Hansestadt entwickelt, in der Händler und Handwerker für Wohlstand sorgten. Diese Blütezeit der Bürgerstadt war auch geprägt durch die Produktion bedeutender Werke der Kunst und des Kunsthandwerks. Anhand von zahlreichen authentischen Objekten, darunter Gemälde von Hermann und Ludger tom Ring, Kupferstiche, Bücher, Akten, Urkunden, Handschriften, Münzen und Waffen, wird das Leben in der westfälischen Metropole vor mehr als 450 Jahren veranschaulicht.

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