Museum

Museum für Asiatische Kunst

der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum

Berlin: Ostasiatische Malerei und Grafik, Lackkunst und Keramik, Kunst und Kultur der Seidenstraße, süd- und südostasiatische sowie hinduistische und buddhistische Skulpturen und die spätere indische Malerei im Kontext ihrer gesellschaftlichen Entstehung, vom 5. Jahrtausend vor Christus bis in die Gegenwart.

Das Museum präsentiert ostasiatische Malerei und Grafik, Lackkunst und Keramik, die Kunst und Kultur der Seidenstraße, süd- und südostasiatische sowie hinduistische und buddhistische Skulpturen und die spätere indische Malerei im Kontext ihrer gesellschaftlichen Entstehung und im direkten Gegenüber mit gegenwärtiger und globaler Kunst. Seine Sammlung umfasst Kunst und Handwerk vom 5. Jahrtausend vor Christus bis in die Gegenwart.

Stets stehen dabei Verbindungen und Kontexte im Vordergrund: die Künstler in ihrem Umkreis, archäologische Objekte und Kunstgewerbe in ihrem kulturellen Umfeld. Dabei kommen auch größere Zusammenhänge wie etwa die Wechselwirkung zwischen süd- und ostasiatischer Kunst über Zentralasien, oder die asiatische Kunst der Gegenwart im internationalen Kontext zur Geltung: von einem Fenster auf eine ferne, fremde Welt wird das Museum zu einem Ort, an dem sich Besucher aktiv mit der Kunst Asiens auseinandersetzen können – mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart, mit ihrer Eigenständigkeit und ihrer globalen Vernetzung.

Jainismus

Die indische Religion des Jainismus ist weniger bekannt als der Buddhismus, aber ähnlich alt. Die Jainas verehren 24 spirituelle Lehrer, die Jinas (Sieger) oder auch Tirthankaras (Furtbereiter) genannt werden, da sie den schmalen Pfad kennen, der eine an der Welt krankende Seele aus dem verhängnisvollen Kreislauf der Wiedergeburten herausführt. Als Mittel zur Erlösung dienen strikte Bedürfnislosigkeit, konsequente Gewaltfreiheit und Meditation: Eigenschaften, die im wahren Leben am besten als Mönch oder Nonne zu verwirklichen sind.

Jina-Statuen ähneln Buddhabildern auf verblüffende Weise, verharren gleichmütig in Meditation, sind aber meist völlig nackt. Jaina-Tempel stehen vor allem in West- und Südindien.

Buddhismus

Indien ist das Ursprungsland des Buddhismus: vor ca. 2.500 Jahren begründete der Buddha hier seine Lehre. Kurz nach dem Tod des Meisters wurden die ersten Stupas, hügelförmige Heiligtümer zur Verehrung von Reliquien, errichtet.

Ein figürliches Bild des Buddha wurde erst im Übergang vom 1. zum 2. Jh. üblich, also erst ungefähr 500 Jahre nach der Lebenszeit des Religionsstifters. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Lehren und Heilsgestalten des Buddhismus immer vielfältiger und die Bildwelt immer reicher an Figuren, die immer stärker den Hindugottheiten ähnelten.

Hinduismus

Hinduismus bedeutet Vielfalt: Hindus verehren Abertausende von Göttern und Göttinnen. Dabei überlagern und ergänzen sich unterschiedlichste Glaubensvorstellungen und uralte Traditionen. Die Gläubigen erkennen die Gottheiten an bestimmten festgelegten Merkmalen: Attribute, charakteristische Gegenstände in den Händen, Gesten (mudras), Posen (asanas) oder auch Begleittiere (vahanas). Die wichtigsten männlichen Götter sind Vishnu und Shiva.

Shivas kosmischer Tanz hält den immerwährenden Kreislauf aus Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung in Gang. In seinen hinteren Händen steht die Sanduhrtrommel für Weltentstehung, die Flamme ist Sinnbild für den Weltenbrand.

Göttinnen können mütterlich-asketisch sein wie Parvati, Glück verheißen wie Shri Lakshmi oder für Götter und Menschen kämpfen wie Durga. Sie können aber auch bedrohlich sein und müssen dann rituell besänftigt werden.

Höfisches Indien

Die höfische Kultur der islamischen Moghuln (1526-1858) hat Architektur und Kunst Indiens bis ins 19. Jh. geprägt. Das bekannteste Bauwerk aus dieser Zeit ist der Taj Mahal.

In der Malerei verschmolzen persische, indische und europäische Einflüsse. Ein Großteil des höfischen Lebens spielte sich in den Gärten ab, die zu den schönsten Schöpfungen der Gartenkunst überhaupt zählen.

Da der Garten den Moghuln als irdischer Abglanz des Paradieses galt, hatten die Gartenmotive ursprünglich auch eine religiöse Bedeutung.

Nördliche Seidenstraße

Die Oasenstädte rund um die Taklamakan-Wüste waren Teil wichtiger Handelsrouten, die China mit dem Mittelmeer verbanden. Da sie leicht in Ballen zu transportieren war, wurde Seide als Währung verwendet und zusammen mit Gewürzen, Konsumgütern, Farben, Jade, Manuskripten und sogar versklavten Menschen von Karawane zu Karawane übergeben. Auch das Wissen über Schießpulver gelangte auf diesem Weg nach Europa.

Den Begriff „Seidenstraße" machte allerdings erst Geograf Ferdinand von Richthofen auf seiner Zentralasienkarte von 1877 populär.

Sakrale Kunst in China und Japan

Verschiedene Ausprägungen des Buddhismus gelangten seit dem 6. Jahrhundert von China über Korea nach Japan, wo sie in außerordentlicher Vielfalt nebeneinander bestehen. Skulpturen, Bilder und Gegenstände bildeten in Tempeln und Schreinen vielteilige Ensembles und wurden erst in jüngerer Zeit zu historischen Zeugnissen und Kunstobjekten erklärt.

Die gezeigten Objekte stammen mehrheitlich aus der 1906 gegründeten Ostasiatischen Kunstsammlung und ihren Nachfolgeinstitutionen. Die Präsentation beleuchtet, welche Gegenstände in Japan als Kunst verstanden werden.

Wie in China und Korea widmeten sich auch in Japan die Eliten dem Malen, Dichten und Schreiben als eng verflochtenen Ausdrucksformen. Mit dem gemeinschaftlichen Trinken von Pulvertee entstand seit dem 16. Jh. eine weitere Praxis der Kunstbetrachtung.

Japan hat eine der ältesten Keramiktraditionen der Welt. Zu den frühesten Formen zählen aufwändig verzierte Gefäße und Figuren.

Der Teeraum des Museums verbindet Architektur, Kunst, Handwerk und Design mit traditionellen und zeitgenössischen, japanischen und europäischen Elementen in einem harmonischen Raum der Begegnung.

Der Verfasser hat das Museum am 3. April 2022 besucht.

Völkerkundemuseen

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