Museum

Museum im Ritterhaus

Offenburg: Stadtgeschichte, Kultur- und Naturgeschichte, Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Kolonialgeschichte/ Ethnologie, Kunstsammlung. Museumspädagogik. Offenburg zwischen 800 und 1800.

Schwerpunkte der Dauerausstellung sind Stadtgeschichte, Kultur- und Naturgeschichte, Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Kolonialgeschichte/Ethnologie und Kunst.

Stadtgeschichte

Zwischen Revolution und Wirtschaftswunder: Offenburg war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein beschauliches Städtchen mit knapp 2.400 Einwohnern.

170 Jahre später zählte man bereits 33.000 Bürger. Die Stadt erlebte in diesem Zeitraum die Industrialisierung, zwei Revolutionen, drei Kriege, zwei Inflationen, Aus- und Einwanderungen, Diktatur und demokratischen Neuanfang. Sie wuchs, veränderte ihr Aussehen, erhielt einen Eisenbahnanschluss, Industrieansiedlungen, neue Wohnviertel und die Autobahn.

Die Ausstellung zeigt den politischen und wirtschaftlichen Weg Offenburgs in die Moderne. Themen wie Demokratie, Mobilität, Industriegeschichte und Migration stehen dabei im Fokus und ziehen sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung.

Das Rätsel um die Stadtgründung wird auf höchst unterhaltsame Art geklärt. Nicht nur Becher, Töpfe und Kacheln aus Ton sind hier zu sehen, sondern auch kostbares Venezianisches Glas, das über den Fernhandel nach Offenburg gelangte.

Im Zentrum der Ausstellung steht ein inszenierter Bibliotheksraum. Hier wird die berühmte Globussegmentkarte von Martin Waldseemüller präsentiert. Sie gilt als „Taufschein” Amerikas, denn zum ersten Mal wurde der neue Kontinent nach Amerigo Vespucci benannt, seinem vermeintlichen Entdecker.

Der christliche Glaube prägte das Leben. Glaube und Aberglaube lagen nah beieinander, wovon die Offenburger Hexenprozesse zeugen. Der Dreißigjährige Krieg brachte großes Leid über die Stadt und ihre Bewohner, und 1689 wurde Offenburg im Pfälzischen Erbfolgekrieg völlig abgebrannt.

Erdgeschichte

Ausgehend von Kinderfragen erklärt die Ausstellung die Geologie der Region anschaulich im Detail. Hier heißt es z.B.: „Können Steine leuchten?”, „Ist der Bleistift aus Blei?” oder „Gibt es im Schwarzwald einen Silberschatz?”

Mit der Zeitmaschine kann man sich in die verschiedenen Erdzeitalter begeben. Wie war im Karbon das Klima beschaffen, und welche Tiere und Pflanzen gab es?

Weiter geht’s in den nachgebauten Stollen: hier erfährt man, dass früher in der Nähe von Offenburg Kohle, aber auch Eisenerz und sogar Silber in zahlreichen Gruben abgebaut wurde. Abschließend geht es in die Schatzkammer der Ausstellung, das Mineralienkabinett.

Archäologie

Die Dauerausstellung „Verdammt lang her!” zeigt die Archäologie in der Ortenau von der Steinzeit bis in die Zeit der Alamannen. Wichtige Funde aus Offenburg und Umgebung, wie Bronzen, Keramiken und Schmuck, dokumentieren die Grabungstätigkeit der vergangenen Jahrzehnte. Die Präsentation rückt auch die archäologische Arbeit in den Fokus: Wie arbeiten Archäologen?

Natur der Region

Ausgehend von Kinderfragen erklärt die Ausstellung die Natur der Region anschaulich im Detail. Im stimmungsvollen Dachgeschoss empfängt die Ausstellung ihre Besucher mit offen gestalteten Landschaftsszenarien zu den Themen Wald, Land und Fluss. Ein riesiger Ahornbaum in herbstlichen Farben scheint aus der Wand zu wachsen und überragt die detailliert gestaltete Waldlandschaft. Hier sind z.B. der Dachs, das Reh, die scheue Wildkatze und eine Vielzahl von Waldvögeln zu finden. Direkt unter dem Dach fliegt ein Storch zu seinem Nest, in dem die Jungen warten. Je genauer man schaut, desto mehr entdeckt man.

Kolonialzeit

Als „sensible Sammlungen” oder „heikles Erbe” bezeichnet man die völkerkundlichen Sammlungen aus der Kolonialzeit heute. Grund dafür ist die zweifelhafte Herkunft der Ausstellungsstücke und ihre Verstrickungen in das System kolonialer Gewaltherrschaft. Auch in Offenburg hat Museumsgründer Carl Frowin Mayer von 1884 bis 1917 mit Begeisterung fremde Dinge aus aller Welt für das städtische Museum zusammengetragen. Er war kein Anhänger des Kolonialsystems, nutzte es aber für seine Sammeltätigkeit.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte der deutschen Kolonien in Afrika, China und der Südsee und beleuchtet sie kritisch.

Museum im Ritterhaus ist bei:

Stadt-/Kreismuseen

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