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21.4.2026
(modifiziert)
 zu „Museum mechanischer Musikinstrumente (Museum)”, DE-38154 Königslutter

Museum

Museum mechanischer Musikinstrumente

Vor dem Kaiserdom 3-5
DE-38154 Königslutter
Ganzjährig:
Di-So 11-17 Uhr

Das Museum zeigt mechanische Musikinstrumente aus 250 Jahren, ehemals Teil einer bekannten Privatsammlung.

1796 erfand der Uhrmacher Antoine Favre ein Musikwerk, das die Töne durch Schwingungen eines Stahlkamms erzeugte, als Tonträger diente eine Metallstiftwalze. Der aufwändig gefertigte Schweizer Spieldosentisch von Nicole Fréres ist eine solche Spieldose mit auswechselbaren Walzen.

Stiftwalzen haben aber einen enormen Nachteil: sie können nur wenige kurze Musikstücke spielen und sind schwer auszutauschen. Dieses Problem wurde durch die Entwicklung von Plattenspielwerken mit Lochscheiben gelöst.

Elektrische Klaviere wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts gerne in kleineren Gastwirtschaften als vielseitige „Unterhaltungskünstler” eingesetzt. Durch die einfache Bedienung und das reichhaltige Lochband-Repertoire waren sie für viele Wirte eine attraktive und preiswerte Alternative zur Musik eines Live-Pianisten.

Das Stummfilm-Orchestrion „Photoplayer” wurde 1916 von der amerikanischen Firma Wurlitzer aus Chicago auf den Markt gebracht. Es verfügt nicht nur über zwei unabhängig voneinander spielende Lochstreifen­systeme, sondern kann außerdem diverse Klangeffekte wie z. B. Vogelgezwitscher, Pferdegetrappel oder Türklingel­geräusche erzeugen.

Androiden sind Puppen, die die Bewegungen eines Menschen naturgetreu nachahmen. Im Bereich der mechanischen Musik werden sie häufig als Musiker dargestellt. Der Akkordeonspieler im MMM ist eine Nachbildung eines berühmten Entertainers der 1920er Jahre, Tino Rossi.

Die Firma Ludwig Hupfeld war der weltweit größte Hersteller von Musikautomaten. Die Orchestrien der Serie „Helios” wurden nach einem festgelegten Grundtyp gefertigt und dem Kundenwunsch entsprechend ausgestaltet. Daneben wurde von der Leipziger Firma auch die Serie „▸Hupfeld Phonoliszt Violina” entwickelt. Dieses Orchestrion lässt drei Geigen und ein Klavier erklingen.

Neben den bis heute beliebten Drehorgeln sind ▸Karussellorgeln sind bekanntesten Vertreter der mechanischen Musik. Sie vermitteln einen Hauch von Nostalgie und erinnern an die „gute alte Zeit”, an bunte Jahrmärkte aus Kindertagen.

Nachdem sich Rundfunk und Plattenspieler als Nachfolger der Grammophone erfolgreich durchgesetzt hatten, eroberten die aus den USA kommenden Musicboxen die Gaststätten, Kneipen und Jugendtreffs. Zwar waren Musicboxen keine mechanischen Musikinstrumente mehr, sie übernahmen aber deren Funktion der Unterhaltung im öffentlichen Raum.

Das kleinste der insgesamt 242 Objekte des Museums ist eine Spieluhr von 1,5 x 1,5 cm, das größte eine Karussellorgel mit den Maßen 3,00 x 4,00 m. Alle Instrumente sind spielbereit, und bei geführten Rundgängen durch das Museum werden den Besuchern viele unterschiedliche Klangerlebnisse vermittelt, dazu Informationen zur Funktionsweise und Geschichte der mechanischen Musikinstrumente.

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