Ausstellung 29.04. bis 11.11.22

Museum Angewandte Kunst

Mythos Handwerk

Zwischen Ideal und Alltag

Frankfurt/Main, Museum Angewandte Kunst: Die Ausstellung legt den Fokus auf die universellen Werte und Botschaften, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit dem Handwerk verbunden werden. Dabei entblößt die Schau sowohl Romantisierungen als auch Ideologien. Bis 11.11.22

„Der Mythos bestimmt sich nicht durch den Gegenstand seiner Botschaft, sondern durch die Art, wie er sie äußert.” (Roland Barthes, Mythen des Alltags)

Wenn über „das Handwerk” gesprochen wird, ist meistens eine Abfolge von erlernten Handlungen und Techniken gemeint, die im Idealfall mit der Hand oder dem von der Hand geführten Werkzeug ausgeführt werden. Auch kann mit dem Begriff ein Beruf oder eine ökonomische Branche verbunden sein. Aber was hat es mit dem Handwerk als Mythos auf sich?

Der französische Philosoph Roland Barthes stellt in seinen Thesen über den Mythos fest, dass ein Mythos eine spezifische Weise des Bedeutens und demnach eine Form des Sprechens ist. Mythisch ist damit nicht der Gegenstand, über den gesprochen wird, in diesem Fall das Handwerk, sondern die besondere Form, wie über ihn erzählt wird: eine Fülle zuweilen sich zum einen gegenseitig verstärkender, zum anderen sich widersprechender Zuschreibungen, Emotionen, Interpretationen und Wunschvorstellungen.

Die Ausstellung legt den Fokus auf die universellen Werte und Botschaften, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit dem Handwerk verbunden werden. Dabei entblößt die Schau sowohl Romantisierungen als auch Ideologien und zeigt auf, welche Gefühle und Affekte, Vorstellungen und Wünsche rund um das handwerklich Hergestellte beim Individuum und der Gesellschaft hervorgerufen werden. In ihr werden zahlreiche zeitgenössische Debatten und die gesellschaftliche Dimension von Gestaltung verdeutlicht und neu angeregt. Die Ausstellung umfasst dabei eine Fülle von Objekten, Filmen, Bildern, Fotografien und Kunstwerken.

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