Ausstellung 12.04. bis 17.10.21

Richard-Wagner-Museum

Mythos Schwan

Facetten eines sagenumwobenen Vogels

Pirna, Richard-Wagner-Museum: Die Ausstellung in Graupa, dem musikalischen Inspirationsort des „Lohengrin”, spürt den vielfältigen Bedeutungsschichten des Schwanensymbols mit Blick auf den Kosmos Richard Wagners nach. Bis 17.10.21

Das Gefieder des Schwans ist blendend weiß. Haut und Fleisch sind aber dunkel, nach alter Überlieferung sogar schwarz. Der Widerspruch zwischen Innen und Außen spiegelt sich in der Zwiespältigkeit der Symbolik. Sie changiert zwischen Göttlichem und Dämonischem, weißer und schwarzer Magie, Reinheit und Trug.

Aus diesem Vexierrätsel schürzte Richard Wagner in seiner Oper „Lohengrin”, die 2020 ihr 170. Uraufführungsjubiläum feiert, den dramatischen Knoten. Hinter der Utopie der Reinheit, für die der Schwanenritter steht, scheint eine dunkle Ebene auf. Auch die seit der Antike überlieferte Vorstellung vom Schwanengesang faszinierte den Musikdramatiker. Im „Parsifal” wird der Blick in das Auge eines sterbenden Schwans zum Lehrstück einer buddhistisch inspirierten Ethik. Mensch und Tier sind in ihr von gleicher Würde.

Die Ausstellung in Graupa, dem musikalischen Inspirationsort des „Lohengrin”, spürt den vielfältigen Bedeutungsschichten des Schwanensymbols mit Blick auf den Kosmos Richard Wagners nach. Sie weisen weit über dessen Werk hinaus: in den posthumen Kult um seine Person, die Schwanenmystik des Bayernkönigs Ludwig II. oder die Opernwelt seines Sohnes Siegfried, in der schwarze Schwäne zur Chiffre für tabuisierte Sexualität werden.

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