Museum

Nationalmuseum

Muzejní komplex Národního muzea

Praha (Prag): Historisches Gebäude im Stil der Neorenaissance und eines der bedeutendsten Gebäude Prags. Mineralogie, Paläontologie, Anthropologie, Geschichte, Natur und Kunst.

Das historische Gebäude im Stil der Neorenaissance, eines der bedeutendsten Gebäude Prags und 1962 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt, bildet einen markanten architektonischen Kontrast zum Neubau. Nach einer umfassenden Renovierung wurde es am 28. Oktober 2018, dem hundertsten Jahrestag der Tschechoslowakischen Republik, mit Ausstellungen zur Mineralogie, Paläontologie, Anthropologie, Geschichte, Natur und Kunst für die Besucher wiedereröffnet. Ein neu entstandener unterirdischer Verbindungsgang mit einer einzigartigen Multimedia-Ausstellung verbindet die beiden Gebäude.

Mineraliensaal

Die Mineraliensammlung wurde dem neu gegründeten Museum bereits 1818 durch Kašpar Graf Šternberk geschenkt. Das Sammeln von Mineralien war zu dieser Zeit eine Leidenschaft des Adels. In den Vitrinen sind mehr als 4.000 Mineralien ausgestellt. Die gesamte Ausstellung ist noch genauso aufgebaut wie vor mehr als 100 Jahren.

Urgeschichte

Exponate von kleinen versteinerten Trilobitenlarven bis hin zu riesigen Ammoniten und neue lebensgroße Modelle prähistorischer Tiere veranschaulichen, wie das Leben in der Region vor vielen Millionen Jahren aussah.

Geschichte

Eine Abfolge von Räumen führt durch die Geschichte der böhmischen Länder vom 8. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. Thematisiert wird die Besiedlung des böhmischen Territoriums, die Entstehung des böhmischen Staates, die Kontakte mit den Nachbarländern, die Struktur der mittelalterlichen Gesellschaft, die Ausbreitung des Christentums, die ersten schriftlichen Zeugnisse sowie das Alltagsleben im Mittelalter. Viel Raum wird auch der mittelalterlichen Kunst und Kultur zuteil. Die frühe Neuzeit, d.h. die Zeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, ist durch Ausstellungen vertreten, die auf den Dreißigjährigen Krieg und die Rekatholisierung ausgerichtet sind.

Herzstück der Abteilung ist zweifelsohne die einzigartige erzbischöfliche Kutsche. Weitere Abschnitte widmen sich der Habsburger-Dynastie, der Hofkultur, der Aufklärung, der Entwicklung von Wissen und Wissenschaft vom 16. bis zum 19. Jahrhundert und der Anwendung ihrer Erkenntnisse zum Nutzen der Menschen.

Der letzte Saal wird von einem großen Modell des Museumsgebäudes beherrscht und befaßt sich mit der Monarchie, der politischen Wende von 1848, den liberalen Reformen, den nationalen Fragen in der Zeit des modernen Nationalbewusstseins, dem soziale Fortschritt und der Entstehung der modernen Gesellschaft.

Wunder der Evolution

Die neue konzipierte naturwissenschaftliche Ausstellung, eine der modernsten Europas, erzählt fesselnde Geschichten zur Evolution und präsentiert die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Zu sehen sind u.a. ein weißer Hai, ein Zwergwal, ein Elefant, ein Löwe, japanische Riesenkrabben sowie das größte existierende Modell eines Riesenkalmars. Berühmtestes Exponat ist das Skelett eines Finnwals.

Neubau

Die Ausstellung im Neubau erzählt die moderne tschechische Geschichte vom Ersten Weltkrieg bis zum Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union. Sie zeigt sowohl seltene und völlig einzigartige Exponate wie auch ganz gewöhnliche Gegenstände, die das Leben der Bevölkerung dennoch erleichterten wie die Antibabypille, den kleinen tragbaren Elektroherd namens Remoska oder einen der ersten Eiskühlschränke.

Zu den seltensten Gegenständen gehören die erste tschechoslowakische olympische Goldmedaille aus dem Jahr 1924, die der Turner Bedřich Šupčík gewann, oder der originale Sportanzug von Präsident Tomáš Garrigue Masaryk. Zu den teuersten Stücken gehört eine Sammlung von 9 Orden und Ehrenzeichen, die Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich bei seiner Ermordung am 28. Juni 1914 in Sarajewo an seiner Uniform trug.

Der Verfasser hat das Museum am 1. Juni 2023 besucht.

POI

Nationalmuseen

Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger. Pressemitteilungen willkommen. #1052621 © Webmuseen