Beitrag
Der April macht, was er will. Auch auf der Mainau , wo nicht nur die Primeln in den Blumenrabatten wegen der zurückliegenden kalten Nächte irgendwie unlustig aussehen und die Tulpenblüten sich noch weitgehend bedeckt halten. Nein, die erste Aprilwoche wartet zudem mit allerlei Wetterkapriolen auf: lachte bei den Blumenskulpturen noch die Sonne vom Himmel, kann es an der italienischen Wassertreppe oder bei den ▸Kamelien und ▸Rhododendren schon wieder ungemütlich windig sein und weiter oben kleiner ein Graupelschauer zum raschen Betreten des schützenden Palmenhauses ermuntern, wo sich von einem Augenblick zum anderen ein tropisches Paradies auftut: fast scheint es, als wären sämtliche ▸Orchideen an diesem einen Ort versammelt! Überall blüht es in den verschiedensten Formen und Farben, von kräftigem Pink bis zum tiefen Violett, hier die langen Rispen der Schnetterlingsorchideen, dort die Insekten-Kesselfallen der tropischen Frauenschuhe. Auch die exklusive Vanda beeindruckt mit ihrem typischen, intensiven Purpurton. An einer anderen Stelle wiederum verbreitet die Cattleya betörenden Duft. Und zu welcher Art gehören eigentlich diese getigerten und leopardengemusterten Blüten?
Man könnte endlos hier sitzen und die tropische Atmosphäre genießen, jedoch beherrscht inzwischen wieder die Sonne den Frühlingshimmel, und die Mainau hat noch so viel mehr zu bieten – unter anderem auch Innen- und Außengastronomie. Die bunten Sonnenschirme sind heute allerdings verzichtbar.
Der Weg zum Schmetterlingshaus führt mitten durch das Arboretum mit seinen riesigen Mammutbäumen, von denen einige schon fast 200 Jahre alt sind. Aber was ist das? Lugt da nicht der Kopf eines ▸Dinosauriers zwischen den Ästen hervor? Tatsächlich stehen rund ein halbes Dutzend lebensgroße Donnerechsen über die Insel verteilt: hier ein Diplodocus, dort ein Oviraptor sowie natürlich der furchterregende Tyrannosaurus rex.
▸Schmetterlinge sind ebenso bunte wie flatterhafte Tiere. Auffällig ist, dass jede Art eine Lieblingsblüte zu haben scheint, der sie sich farblich angeglichen hat. der Julia-Falter (Dryas iulia) zum Beispiel liebt die ebenso orangeroten Wandelrös’chen (Lantana): eine perfekte Tarnung. Der Malachitfalter (Siproeta stelenes) wiederum sieht wie das reife Stück Frucht aus, an dem er mittels seines Rüssels saugt. Am einfachsten macht es sich freilich der Glasflügelfalter, der vor jedem beliebigen Hintergrund unsichtbar ist.
An ein Ticket für die Mainau kommt man übrigens am einfachsten online, oder man bemüht einen der Automaten. Wer lieber bei einem Menschen aus Fleisch und Blut kauft, zahlt für diesen Service drei Euro extra. Und auch der Parkplatz kostet extra, aber das ist ja nicht ungewöhnlich und über die Kennzeichen-Erkennung modern und praktisch gelöst.
Bot. Garten, Insel Mainau
Park- und Gartenanlagen mit Blumen, Sträuchern und Bäumen. Orchideenschau, Rosengarten, Palmen, Bananensträucher, Orangen- und Zitronenbäume, 140 Jahre alte Baumsammlung, Schmetterlingshaus. Deutschordens-Schloß und Kirche.
Bis 10.5.2026, Insel Mainau
Phalaenopsis in sanften und kräftigen Farbtönen, edle Cattleyen, beeindruckende Vanda-Orchideen sowie weitere besondere Arten und Raritäten.
Museum, Hannover
Schausammlungen aller Abteilungen: Landesgalerie, Naturkunde, Urgeschichte und Völkerkunde.
Bis 17.5.2026, Dortmund
Eine faszinierende Urzeitwelt,, in der gewaltige T-Rexe durch die Ebenen streiften, Flugsaurier über urzeitliche Küsten glitten und Mosasaurier in den Tiefen der Ozeane jagten.
Bis 28.6.2026, Paris
Die spektakuläre Produktion aus der erfolgreichen Apple TV-Dokumentarserie „Prehistoric Planet” führt 66 Millionen Jahre zurück in die Zeit der Dinosaurier.
Bis 2.8.2026, Mannheim
Die Ausstellung zeigt Funde aus aller Welt sowie faszinierende Entdeckungen aus dem Odenwald und der Pfalz.