Ausstellung 02.09.22 bis 22.05.23

Zentrum Paul Klee

Paul Klee. Vom Rausch der Technik

Bern, Zentrum Paul Klee: Die Ausstellung zeigt erstmals auf, wie sich Paul Klee künstlerisch mit den technischen Errungenschaften seiner Zeit auseinandergesetzt hat. Bis 22.5.23

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts steuerte die Welt in ein neues, technisiertes Zeitalter, das die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen stellte. Die Konsequenzen spüren wir, im Guten wie im Schlechten, noch heute. Die Ausstellung zeigt erstmals auf, wie sich Paul Klee künstlerisch mit den technischen Errungenschaften seiner Zeit auseinandergesetzt hat.

Fortschritt vs. Burnout

Paul Klee lebte in einer Zeit grosser technologischer Transformationen. Der technische Fortschritt, der die Wende zum 20. Jahrhundert prägte, eine industrielle Revolution hervorrief und den Beginn der Moderne markierte, veränderte die Gesellschaft von Grund auf. Röntgenstrahlen, Mikroskopie, Telefone, Automobile und Elektrizität stellten die Wahrnehmung der Menschen von Materie, Raum und Zeit infrage und lösten das gewohnte Weltbild auf.

Gleichzeitig geriet mit dem Ende von Monarchien, der Errichtung von Demokratien, Arbeiterstreiks und Demonstrationen für die Rechte von Frauen die gesellschaftliche Ordnung ins Wanken. Darauf reagierten auch Künstler wie Paul Klee. Die einen glaubten an den Fortschritt und fanden eine passende künstlerische Sprache in konstruktivistischen Gebilden. Andere sehnten sich nach unberührter Ursprünglichkeit. Paul Klee tat beides. Dem Rausch der technischen Entwicklung begegnete er allerdings mit kritischer Distanz und kommentierte ihn in zahlreichen Werken.

Obwohl der technische Fortschritt sich positiv auf den Alltag vieler Menschen auswirkte, löste er auch Ängste, Depressionen, Überreizung und Erschöpfung aus. Themen wie die Globalisierung, Terrorismus oder „zerrüttete Nerven” prägten bereits damals die Medien und sind in unserer heutigen Gesellschaft umso präsenter. Die neue Dynamik der Welt wirkte für die einen wie eine berauschende Droge. Andere reagieren auf die Herausforderungen eines be- schleunigten, technologischen Zeitalters hingegen mit psychischen Problemen, die damals als „Newyorkitis” oder „Neurasthenie” und heute als „Burnout” bezeichnet werden.

An rund 115 Werken wird die Vielfalt der Auseinandersetzung Paul Klees mit den modernen Errungenschaften in Motiven und Techniken deutlich. Im Hin- blick auf heutige gesellschaftliche Entwicklungen zeigt die Ausstellung zu- dem die ungebrochene Aktualität seines Schaffens und bietet eine künstleri- sche Perspektive auf Entwicklungen, die uns noch heute beschäftigen.

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