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Wenn einerseits exotische Länder locken und andererseits das Budget gerade einmal nur bis zur Donauinsel reicht, bleibt VR-affinen Wienern derzeit immer noch die Qual der Wahl zwischen der peruanischen Inkafestung Machu Picchu und der Cheops-Pyramide, die ja bekanntlich in Ägypten steht. Beide Welterbestätten wurden nämlich nicht nur sorgfältig in 3D vermessen, sondern nun auch als ▸immersives Erlebnis virtuell begehbar gemacht.
Wer sich also auf das Abenteuer einlassen will, wird beim Betreten des Immersive Centers Donauturm von freundlichen Servicekräften kurz mit der Brillentechnik vertraut gemacht und steht dann, mit einer etwas klobigen „Taucherbrille” auf dem Kopf, direkt vor der großen Pyramide von Gizeh. Oder auf einem Felsplateau mit weitem Blick über die Inkafestung. Aber bleiben wir bei den Pharaonen.
Das VR-Headset erzeugt die virtuelle Umgebung nicht nur, sondern synchronisiert sie so präzise mit jeder Kopfbewegung, dass das dreidimensionale Bild wie festgetackert im Raum stehen bleibt, während der Träger sich völlig frei darin umsieht oder bewegt. Und man ist in dieser Welt keineswegs allein, sondern sieht, reduziert auf eine Art Drahtpuppe, die anderen Mitglieder der kleinen Reisegruppe neben sich stehen oder gehen – die vertrauten mit Namen, die unbekannten anonym: irrtümliches Fremdkuscheln ist somit ausgeschlossen.
Ein Beobachter ohne Headset würde sich, beobachtete er die in einem turnhallengroßen Raum herumgehenden Teilnehmer, wohl ziemlich wundern, warum an einer bestimmten Stelle plötzlich alle gebückt weitergehen. In der virtuellen Welt ist das die Stelle, wo Fremdenführerin Mona in einen engen und niedrigen Gang im Inneren der Pyramide vorauskriecht und die Nachfolgenden ermahnt, sich nicht den Kopf anzustoßen. Ein Stück weiter sähe man dieselben Personen gebeugt über etwas stehen, das ihnen soeben als leerer Sarkophag beschrieben wurde.
Sie und die sechs bis acht Gruppenteilnehmer sind aber nicht die einzigen Anwesenden in diesem Raum tief im Inneren des steinernen Kolosses. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel: es ist ein erhebendes Gefühl, ein paar Minuten später ganz oben auf der Spitze der Pyramide zu stehen. Oder die schwankende Himmelsbarke zu betreten. Der Verstand sagt einem zwar, dass man auf dem festen Fußboden einer Halle steht, aber ein wenig Vorsicht, um nicht dennoch stolpernd in die Tiefe zu stürzen, kann ja nie schaden!
Der gesamte Rundgang dauert etwa eine Stunde. Hat man die VR-Brille schließlich wieder abgesetzt, hält man im Foyer und draußen vor der Tür noch eine ganze Zeit lang nach jenen wegweisenden blauen und gelben Bodenmarkierungen Ausschau, die einen zuletzt so angenehm durch die virtuelle Pharaonenwelt geführt haben. Doch ist inzwischen der Fernsehturm an die Stelle der Cheops-Pyramide getreten, und man kann sich, um ein eindrucksvolles Erlebnis reicher, wieder vorsichtig dem realen Leben zuwenden.
Der Verfasser hat das Immersive Center am 29.4.2026 besucht
Bis 6.9.2026, Wien
VR-Erlebnis der Ruhestätte des Pharaos Cheops (Khufu) in der gleichnamigen Pyramide von Gizeh.
Bis 6.9.2026, Wien
Eine ebenso unterhaltsame wie präzise, auf jeden Fall aber fesselnde Reise in die präkolumbianische Vergangenheit.
Ab 19.6.2026, Wien
Besucher der immersiven Show begegnen hautnah legendären Kreaturen wie dem mächtigen Tyrannosaurus und entdecken die Wunder der paläontologischen Landschaften.
Schloss, Augustusburg
Eines der monumentalsten Renaissanceschlösser Mitteleuropas. Illusionistische Wandmalereien, Schlosskirche, Brunnenhaus. Motorradmuseum, Kutschenmuseum, Jagdtier- und Vogelkundemuseum, Schlosskerker.
Bis 30.8.2026, Hannover
Die Schätze des Pharaos in ihrer Gesamtheit und dazu ein atemberaubendes audiovisuelles Erlebnis mit dem Soundtrack des Emmy-Preisträgers Bleeding Fingers.
Erlebnisort, Wien
Im Metaverse, dem durch Virtual-Reality-Brillen vermittelten digitalen Raum, taucht man quasi in eine parallel erlebbare Welt ein und vergisst dabei für kurze Zeit die reale Umgebung.