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16.6.2026
Tamara de Lempicka, Porträt zu „Porträts!”, DE-10785 Berlin
Tamara de Lempicka, Porträt, Detail, um 1931
Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie / Jochen Littkemann

Ausstellung 16.10.26 bis 14.03.27

Porträts!

Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka

Gemäldegalerie

Stauffenbergstraße 40
DE-10785 Berlin
030-266-3668
Ganzjährig:
Di-So 10-18 Uhr

Wie sehen wir uns selbst – und wie wollten Menschen zu verschiedenen Zeiten gesehen werden? Die Gemäldegalerie lädt zu einer faszinierenden Reise durch die Geschichte des Bildnisses ein. Ungewöhnliche Gegenüberstellungen von Werken aus fünf Jahrhunderten offenbaren verblüffende Gemeinsamkeiten, lassen die Werke auf neue Weise lebendig werden und bieten die Möglichkeit, über Fremd- und Selbstdarstellung, Inszenierung, Rolle und Charakter nachzudenken. Dabei treffen Meisterwerke von Künstler wie Botticelli und Lempicka, Dürer und Giorgione, Mino da Fiesole und Rogier van der Weyden oder Rubens und Gainsborough aufeinander.

Das besondere Konzept: Bildnisse aus unterschiedlichen Jahrhunderten, Regionen und Kulturen kommen in Paaren zusammen und sprechen miteinander. Werke, die einander bisher nie begegnet sind, stehen sich in der Ausstellung erstmals gegenüber und ermöglichen eine frische Auseinandersetzung mit Aspekten wie Identität, Schönheit, Status oder Macht. Die neuen Konstellationen stellen nicht nur vertraute Erzählungen der Kunstgeschichte infrage, sondern machen sichtbar, wie eng individuelle Darstellung und gesellschaftliche Ordnung miteinander verknüpft sind. Denn Porträts sind mehr als nur Abbilder des Äußeren von Menschen. Sie erzählen von Selbstverständnis und Charakter, von Emotion und Inszenierung. Kleidung, Haltung und Accessoires sind Codes sozialer, politischer oder geschlechtlicher Zugehörigkeit.

Porträts waren und sind ein wirkmächtiges Mittel der sozialen Repräsentation. Durch die Gegenüberstellung von Bildnissen aus unterschiedlichen Regionen und Zeiten werden künstlerische Entscheidungen und visuelle Strategien in der eigenen Anschauung unmittelbar nachvollziehbar und verständlich. In den überraschenden Begegnungen der Werke offenbaren sich Unterschiede in der Gleichzeitigkeit ebenso wie Gemeinsamkeiten in der Ungleichzeitigkeit.

Ausgangspunkt ist die international herausragende Sammlung von Bildnissen der Gemäldegalerie, die durch ausgewählte Leihgaben aus anderen Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin ergänzt wird – darunter der Alten Nationalgalerie, der Neuen Nationalgalerie, dem Ägyptischen Museum und der Skulpturensammlung. So entsteht ein vielstimmiges Panorama der Porträtkunst vom 15. bis ins 20. Jahrhundert.

Rund 80 Meisterwerke von Künstlern wie Petrus Christus, Mino da Fiesole, Botticelli, Giorgione, Dürer, Cranach d.Ä., Holbein d. J., Sofonisba Anguissola, Rembrandt, Zurbarán, Anna Dorothea Therbusch und Tamara de Lempicka breiten eine große Vielfalt der unterschiedlichen Aspekte des Bildnisses aus – vom glanzvollen Herrscherporträt über intime Freundschaftsbilder bis zu stolzen Selbstzeugnissen. Jede Begegnung erzählt eine eigene Geschichte, jede Gegenüberstellung lädt zum Staunen, Vergleichen und Entdecken ein.

In vier Ausstellungskapiteln werden verschiedene Formen und Funktionen des Porträts in den Blick genommen. Ein Prolog verweist auf die erstaunlichen, viele Jahrhunderte überbrückenden Konstanten einer mimetischen Bildniskunst und beleuchtet außerdem die Wurzeln der Gattung in Europa.

Das Kapitel „Porträttypen diesseits und jenseits der Alpen” zeichnet die Herausbildung der Porträtkunst in Italien und dem Norden während der Renaissance nach. Verschiedene Grundtypen, etwa das nördliche Dreiviertelprofil bei Rogier van der Weyden und das strenge Profil bei Filippo Lippi, sowie die unterschiedlichen Tendenzen zum Naturalismus und zur Idealisierung durchdringen einander schon bald und bestimmen die Entwicklung der Porträtkunst in den folgenden Jahrhunderten.

Bildnisse waren ein wirkmächtiges Mittel der sozialen Repräsentation und Distinktion. Kleidung, Posen, aber auch die schiere Größe einer Darstellung bekunden Ansprüche und Stellung der Dargestellten. Die Herzogin Margarete von Parma von Anthonis Mor erscheint ebenso im repräsentativen Kniestück und mit herrscherlichem Blick wie Moronis Edelmann Don Gabriel de la Cueva.

Demgegenüber widmet sich das Kapitel zu Familie, Freundschaft und Intimität den privaten Aspekten des Bildnisses. Verwandte, nahestehende und geliebte Menschen werden in Bildern festgehalten, die der persönlichen Erinnerung dienen – Sofonisba Anguissolas Mutter Bianca blickt ähnlich vertraut zu ihrer malenden Tochter wie 380 Jahre später die Frau des Malers Eugen Spiro zu ihrem Mann. Bildnisse von Toten halten den letzten Blick auf Verstorbene fest.

In einem abschließenden Kapitel werden Bildnisse von Kunstsammlern und Künstlern betrachtet. Selbstbildnisse dienen über Jahrhunderte hinweg der Selbsterforschung, aber auch der Verortung der eigenen Person und des eigenen Schaffens in Traditionszusammenhängen. Tizian und Therbusch tragen Seidengewänder und verweisen auf ihren gehobenen gesellschaftlichen Stand, Rembrandt und Graff dagegen zeigen sich im Moment spontaner Selbstbetrachtung.

Im Zeitalter der Selfies ist „Porträts!“ mehr als eine kunsthistorische Ausstellung, sie ist zugleich eine Reflexion über unsere heutige Bilderwelt: wWie konstruieren wir Identität im Zeitalter von Selfies und Social Media? Wie lesen wir Gesichter? Und was verrät unser Blick über uns selbst? Nirgends lassen sich diese aktuellen Fragen besser studieren und verstehen als im Spiegel von Meisterwerken der Vergangenheit.

POI

Ausstellungsort

Gemälde­galerie

Eine der welt­weit be­deu­tend­sten Samm­lun­gen euro­pä­i­scher Malerei vom 13. bis zum 18. Jahr­hun­dert. Meister­werke aus allen kunst­histo­ri­schen Epochen, darunter Gemälde von van Eyck, Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Cara­vaggio, Remb­randt und Rubens.

Museum, Bremen

Kunst­halle Bremen

Deut­sche und fran­zö­si­sche Malerei des 14 bis 19. Jahr­hun­derts, Lieber­mann, Corinth, Beck­mann, Paula Moder­sohn-Becker, Worps­wede, Gegenwarts- und Medien­kunst. Kupfer­stich­kabinett.

Bis 23.8.2026, Aachen

Das Glück dieser Erde

Pferde haben seit der Antike das Leben der Menschen geprägt.

Bis 27.9.2026, Bern

Das volle Leben

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Bis 4.10.2026, München

Haar – Macht – Lust

Rund 200 Expo­nate von der Antike bis zur Gegen­wart zeigen, welche Wirk­macht das schein­bar All­täg­liche ent­falten kann.

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Original Dürer!

Die Schau präsen­tiert drei Briefe Dürers an seinen besten Freund, den be­tdeu­tten­tden Huma­tnisten Willi­tbald Pirck­theimer – zwei davon im Original.

Bis 11.10.2026, Wien

Sammeln für die Zukunft

Die Aus­stellung ergründet die Anfänge der Albertina und die jeweiligen Motive der Sammelnden.

Museum, Berlin

Kunst­biblio­thek u. Kupfer­stich­kabinett

Größ­te graphi­sche Samm­lung in Deutsch­land und eine der vier bedeu­tend­sten der Welt. Euro­päische und ameri­kanische Zeich­nungen und Druck­grafik vom Mittel­alter bis zur Gegen­wart. Illumi­nierte, d.h. mit Male­reien ge­schmück­te Hand­schriften des Mittel­alters.

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