Ausstellung 17.12.25 bis 03.05.26
Die Bevölkerung des Siebengebirges ist von jeher auf funktionierende Verbindungen zwischen Berg und Tal, zwischen Wasser und Land und zwischen den einzelnen Dörfern angewiesen.
Mitte des 19. Jahrhunderts hielten mit fortschreitender Technisierung des Alltags und größeren Infrastrukturmaßnahmen auch in der Region moderne Verkehrsmittel Einzug. Hierzu gehört beispielsweise der Ausbau von Straßen und Schienen, die überhaupt erst eine bequeme Verbindung herstellen: für Menschen, die nun mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren können; für Touristen, um die Gegend zu erkunden oder für die Unternehmen zum schnellen Warentransport.
Auch bei der Freizeitgestaltung nimmt die Geschwindigkeit zu: mit halsbrecherischen Fahrrad- und Motorradrennen oder rasanten Schlittenfahrten. Diese Beschleunigung des Alltags wurde nicht nur freudig begrüßt, sondern brachte auch Probleme mit sich, beispielsweise Konflikte mit dem Naturschutz.
Ab 1870 war Basaltabbau ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region, denn Pflastersteine und Schotter wurden dringend für den Bau von Straßen und Schienen benötigt. Gleichzeitig erreichte der Steinabbau ein Ausmaß, das sich deutlich in der Landschaft abzeichnete und Widerstände hervorrief, die letztlich zur Einrichtung des Naturparks Siebengebirge führten. Damit etablierte sich ein Aushängeschild, das ganz entscheidend auf den weiteren Ausbau von Verkehrsverbindungen Einfluss nahm.
Als Profiteure der neuen Infrastruktur siedelten sich Unternehmen an, zum Beispiel ein Hersteller von Reifen und Felgen. Mit Elinor Vicomtesse de Milhau, geborene Hölterhoff, erreichte aus Paris kommend eines der ersten in Massenproduktion hergestellten Automobile Honnef, wo die junge Gräfin ihr Erbe antrat und mit dem modernen Wagen einiges Aufsehen erregte. In den 1920er Jahren erfuhr die Region besondere Aufmerksamkeit durch ein prestigeträchtiges Motorradrennen: den „Goldenen Kranz vom Siebengebirge”.
Die Ausstellung versammelt eine Vielzahl von Geschichten rund um das Thema Mobilität aus 100 Jahren Verkehrsgeschichte - von etwa 1870 bis 1970. Gezeigt werden Dokumente und Objekte, die den beschleunigten Alltag sichtbar und die neue Mobilität von Menschen in der Region des Siebengebirges erfahrbar machen.
Hierzu gehören Fotografien vom Bau der neuen Wegeverbindungen nach Ittenbach oder dem Ausbau der B 42, Fotos und Modelle der Siebengebirgsbahn und das originale Läutewerk, das den Bahnübergang an der Drachenfelsstraße sicherer machte. Der Nachbau eines Wartehäuschens verdeutlicht den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
Zu sehen sind auch historische Filmaufnahmen von Radrennen am Königswinterer Rheinufer und Geschicklichkeitsparcours für Motorrader. Des Weiteren werden Gemälde gezeigt, die aus künstlerischer Perspektive die allgemeine Wahrnehmung der neuen Geschwindigkeit aufgreifen.
Ausstellungsort
Entstehung der Landschaft, Burgen, Steinbrüche, Regional- und Wirtschaftsgeschichte, Tourismus und Rheinromantik.
Bis 26.4.2026, im Haus
Ausgestellt wird ein Querschnitt durch sein Schaffen von den Anfängen in der DDR bis zu den naturnahen Figuren der späteren Schaffenszeit.
Zoo, Königswinter
Mystischer Ort, der Einblicke in die Welt der Nibelungensage gewährt: Wagners „Fafner” in der Oper „Siegfried”, Rekonstruktion eines Dinosauriers, Reptilienzoo mit um die 100 lebenden Tieren.
Schloss, Königswinter
Inbegriff der Rheinromantik des späten 19. Jahrhunderts. Großformatige Wandgemälde in Jagd- und Nibelungenzimmer, Musikzimmer. Schloßanlagen mit romantischer Architektur. Museum zu Schlossgeschichte und zu den Restaurierungsarbeiten.
Museum, Bad Honnef
Garten und Wohnhaus Konrad Adenauers. Ausstellung „Konrad Adenauer – Dokumente aus vier Epochen deutscher Geschichte” in einem Neubau.