Ausstellung 06.03. bis 04.09.22

Museum Langmatt

Renoir unplugged

Baden, Museum Langmatt: Die zumeist barocken Rahmen finden nicht immer Gefallen. Am Beispiel der grössten Impressionisten-Gruppe der Sammlung präsentiert die Langmatt Bilder von Pierre-Auguste Renoir ohne oder mit neuen Rahmen. Bis 4.9.22

Das Museum Langmatt wagt eine aussergewöhnliche Ausstellung: Wie sehen impressionistische Bilder ohne Rahmen aus? Darf man sie so überhaupt zeigen? Wie wirken sie in anderen Rahmen – in silbernen, schwarzen oder zeitgenössischen?

Die zumeist barocken Rahmen finden nicht immer Gefallen. Das Museum Langmatt zeigt, in welch ungeahntem Masse Rahmen die Wahrnehmung von Bildern prägen. Bei den französischen Impressionisten kommen 120 bs 150 Jahre Sehgewohnheit hinzu, diese Bilder fast ausschliesslich in goldenen Rahmen aus dem Barockzeitalter wahrzunehmen. Ein erstaunliches Paradox, da die Impressionisten als Vorreiter der Moderne gelten. Barocke, goldglänzende Opulenz und die Sinnenfreude impressionistischer Farbigkeit sind ein schier unzertrennliches Bündnis eingegangen.

Am Beispiel der grössten Impressionisten-Gruppe der Sammlung präsentiert die Langmatt Bilder von Pierre-Auguste Renoir ohne Rahmen, mit neuen und einige als Vergleich mit ihren bisherigen Rahmen. Das Ergebnis ist verblüffend: Ohne Rahmen steigen die geschätzten Meisterwerke vom „Sockel”, wirken zerbrechlich und überraschend geerdet. Es ist kaum zu glauben, wie radikal die Bilder ihren Ausdruck verändern.

Renoir unplugged bietet ungeahnte Überraschungen und erhellende Vergleichsmöglichkeiten: Je nachdem, ob und wenn ja, welcher Rahmen zum Einsatz kommt, ergeben sich komplett unterschiedliche „Auftritte” der Bilder.

Eine historische Recherche beleuchtet zudem die Herkunft der Rahmen: Briefe belegen etwa, wie der bedeutende Pariser Kunsthändler Ambroise Vollard für opulente Rahmen sorgte, die dem Geschmack der Zeit entsprachen.

Museum Langmatt ist bei:
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