Museum

Rheinmuseum

Emmerich: Entwicklung der Rheinschifffahrt. Strombau und Verkehrswege. Emmerich und der Rhein. Stadtgeschichte, Fischerei.

Entwicklung der Rheinschiffahrt

Seit mehr als 10.000 Jahren nutzt der Mensch das Wasser als Verkehrsweg. Der Bau von Wasserfahrzeugen gehört zu seinen wichtigsten kulturellen Leistungen. Aus aneinandergebundenen Holzstämmen, die man mit Hilfe des Feuers und mit Beilen aushöhlte, wurden Einbäume. Und aus diesen, durch verbreiternd eingefügte Bodenbretter und seitlich aufgesetzte Planken, höher entwickelte Bootsformen.

Mit Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde der Rhein durch die Römer mehr und mehr zur Handelsstraße. Bei Mainz wurden acht Schiffe ausgegraben. Die Mannschaft zog die Schiffe auf Treidelpfaden am römischen, linken Ufer zu Berg. Seitdem gilt in der Rheinschifffahrt Rechtsverkehr.

Auch die Wikinger waren geniale Schiffbauer, die vom 9. bis zum 11. Jahrhundert ihre Schiffe dem jeweiligen Einsatzbereich anpaßten. Daneben gab es eine Vielfalt regionaler Bootstypen. Im Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert wurden Hafenanlagen und feste Kräne zum Umschlag der Güter eingerichtet. Die Schifffahrt entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig, von dem Schiffsbauer, Schiffer, Treidler und Händler lebten.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts diente die Dampfmaschine als Antrieb für Schiffe. Mit ihrer Hilfe ließen sich Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Binnenschiffe deutlich steigern. Der große Raumbedarf der Maschine, des Kessels und des Kohlebunkers schränkte jedoch das Ladevermögen erheblich ein. Seit Beginn der 1840er Jahre setzte sich daher die Schleppschifffahrt als neues Transportsystem auf Flüssen und Kanälen durch.

Um 1900 begann auf dem Rhein die Motorschifffahrt, Mitte der 1970er Jahre erfolgte dann der Durchbruch der Containerschifffahrt.

Emmerich und der Rhein

Die Verbindung Emmerichs zum Rhein ist so alt wie die Stadt. Regelmäßige Fährverbindungen zur linken Rheinseite gibt es nachweislich seit rd. 400 Jahren, viele Fährmodelle aus der Neuzeit sind im Museum mit Modellen dokumentiert. Auch die Schiffsbautradition wird an einem Modell der Schiffswerft Prenger dargestellt.

Strombau und Verkehrswege

Der Rhein als Verkehrsweg muß genauso unterhalten werden wie Autostraßen oder das Schienennetz. Ein Modell erläutert die Arbeitsweise eines Taucherschiffs. Ausgestellt sind auch Fundgegenstände, die von einem direkt vor Emmerich gesunkenen Schiff stammen.

Eines der größten Unglücke auf dem Rhein war der Zusammenstoß eines für Dänemark gebauten Fährschiffes, der „Tina Scarlett”, am 07. Oktober 1960. Mehrere Tote und 7 ausgebrannte Schiffe versetzen die Stadt in Angst und Schrecken. Dieses war auch der Anlass, das die Städt. Feuerwehr ein eigenes Feuerlöschboot von der Landesregierung erhielt.

Bis zu 10 Zollboote sorgten bis zur Aufhebung der Binnengrenzen innerhalb der EU dafür, daß eingeführte Güter und Waren die damals noch notwendigen Zollformalitäten erledigten.

Stadtgeschichte

Die Geschichte der Stadt beginnt nicht erst mit der Erhebung Emmerichs zur Stadt 1233. Es gibt Hinweise auf die niederrheinische Grabhügelkultur, aus der Römer- und Frankenzeit wurden Tongefäße, Waffen und Schmucksachen gefunden. Auch das 13. Jh. mit der Stadtbefestigung war eine spannende Zeit. Sakraler Gegenstände, die viele Jahrhunderte überlebt haben, zeugen von einem gewissen Wohlstand. Aus dem Nachlass des Malers Bernd Terhorst kamen eine Reihe von Gemälden in den Besitz des Museums.

Das Rheinmuseum besitzt eine ansehnliche Sammlung Delfter Ware; Schüsseln, Teller und Balustervasen mit blauweißem und mehrfarbigem Schmuck. Darunter befinden sich auch einige chinesische und japanische Porzellanteller, Fußwärme, Bügeleisen, Nußknacker, Andenkengläser, Pokale, Schalen und die obligatorischen Sammeltassen vermitteln einen Eindruck vom gutbürgerlichen Leben um das Jahr 1900.

Fischerei

Die Berufsfischerei des Niederrheins ist heute so gut wie nicht mehr existent. Seit 1960 kam dieser jahrhundertealte Erwerbszweig fast völlig zum Erliegen, wurde doch der Rhein als der größte Abwasserkanal Europas genutzt.

Zugnetze, Stellnetze, Fischreusen, Senkgarne bzw. Hamen und Wurfnetze halten im Museum die Erinnerung an den alten Berufszweig aufrecht. Die Abteilung Fisch und Fang zeigt Präparate von Lachs, Hecht, Aal, Wels, Barsch, Zander, Brassen, Regenbogenforelle, Bachforelle, Stör, Plötze, Schleie und Graskarpfen, dazu als Dioramen einen Angelkahn im Kies mit Gerätschaften und Aalreuse und die Ausrüstung des Rheinfischers Hans Liebeton.

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