Ausstellung 05.07. bis 04.10.20

Kunstvilla / Fränkische Galerie

Ria Picco-Rückert

Eine Malerin im Nationalsozialismus

Nürnberg, Kunstvilla / Fränkische Galerie: Die Präsentation zeigt die zwei inhaltlichen Pole im Werk der Künstlerin, die bei Picco-Rückert auch das Spannungsfeld von Auftragskunst und freier Kunst verdeutlichen Bis 4.10.20

Ria Picco-Rückerts Werdegang kann nicht ohne den zeitlichen Hintergrund der nationalsozialistischen Diktatur rezipiert werden. Der angepasste künstlerische Weg Picco-Rückerts im Nationalsozialismus wird als Gegenbeispiel zu der ab 1933 mit Ausstellungsverbot belegten und politisch engagierten Dore Meyer-Vax (1908-1980) vorgestellt.

Ria Picco-Rückert erhielt ihre Ausbildung in den 1920er-Jahren zunächst an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg bei den Professoren Karl Selzer (1872-1939), Max Körner (1887-1963) und Hermann Gradl (1883-1964), anschließend an den Kunstakademien Stuttgart, Wien und der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar.

Ende der 1920er-Jahre entstanden aus eigenem Interesse erste Gemälde der Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg, mit denen sich Picco-Rückert erfolgreich als Industriemalerin etablierte. In der Folgezeit erhielt Picco-Rückert ab Anfang der 1930er-Jahre bis zu ihrem Lebensende kontinuierlich Aufträge verschiedener Bergbauunternehmen und Stahlwerke.

Die Präsentation im Jubiläumsraum zeigt die zwei inhaltlichen Pole im Werk der Künstlerin, die bei Picco-Rückert auch das Spannungsfeld von Auftragskunst und freier Kunst verdeutlichen: die in realistischer Manier erfassten mächtigen Industrieanlagen neben idyllischen, vornehmlich auf Reisen entstandenen Landschaftsmalereien, mit denen sie in den 1950er-Jahren in viele Sammlungen Eingang fand.

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